Bittet für uns, ihr heiligen Vierzehn Nothelfer!

8. August Gedenktag der Vierzehn Nothelfer

| 990 klicks

ROM, 8. August 2012 (ZENIT.org). - Erste Bild- und Wortzeugnisse der Vierzehn Nothelfer als Gruppe finden sich ab dem 14. Jahrhundert vor allem im süddeutschen Raum. Ihre Entstehung wird auf das Wirken der Bettelorden zurückgeführt. Der Kult ist zunächst auf den städtischen Raum beschränkt, ab der Mitte des 15. Jahrhunderts aber auch auf dem Land nachweisbar. Als eine der frühesten bildlichen Darstellungen der Vierzehn Nothelfer gilt das „Nothelferfenster“ im Regensburger Dom.

Die in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrte Handschrift (clm 23 435 fol. 74v) enthält eine Gebetsformel mit der Auflistung der Vierzehn Heiligen, wie sie bis heute gültig ist. Zu den Vierzehn Nothelfern zählen demnach die drei Bischöfe Dionysius, Erasmus und Blasius, die drei Jungfrauen Barbara, Margaretha und Katharina, die drei ritterlichen Heiligen Georg, Achatius und Eustachius, ferner der Arzt Pantaleon, der Mönch Ägidius, der Diakon Cyriakus, der Knabe Vitus und der Riese Christophorus. Den einzelnen Heiligen sind in der Regel - wie zum Beispiel in der Litanei zu Ehren der heiligen Vierzehn Nothelfer - bestimmte „Aufgabenbereiche“ zugedacht.

Die Normalreihe der Vierzehn Nothelfer wird teilweise abgeändert. In Augsburg gibt es seit dem Ausgang des 15. Jahrhunderts sogar Fünfzehn Nothelfer, da die Gruppe um den Abt Magnus erweitert wurde.

Besonders gefördert wird die Verehrung der Vierzehn Nothelfer schließlich durch die Wallfahrt und die Errichtung von Kapellen. Bedeutendstes Beispiel ist die Wallfahrtsbasilika „Vierzehnheiligen“, die von Balthasar Neumann errichtet und 1772 geweiht wurde. Die Geschichte des Wallfahrtsortes geht auf die Visionen des Schäfers Hermann Leicht zurück. Am 24. September 1445 hütete er seine Schafe auf den Weiden, die zur Zisterzienserabtei Langheim gehörten, als ihm ein weinendes Kind auf dem Gras sitzend erschien. Als er sich dem Kind nähern wollte, verschwand es. Wenig später tauchte es von zwei Kerzen umgeben wieder auf. Ungefähr ein Jahr später, am 28. Juni 1446, hatte der Schäfer erneut die Vision des Kindes, das nun ein rotes Kreuz auf der Brust trug und von vierzehn weiteren Kindern begleitet war. Das Kind sprach zu dem Schäfer, sie seien die Vierzehn Nothelfer, und er solle ihnen eine Kapelle errichten. An derselben Stelle brannten erneut zwei Kerzen nieder. Schon 1448 wurde der Altar in der für die Vierzehn Nothelfer errichteten Kapelle geweiht.

Pater Dr. Heinrich Fürst, der sich intensiv mit der „Geschichte der Verehrung der Vierzehn Nothelfer“ auseinandersetzt, betont: „Die Nothelfer müssen immer zusammen gesehen werden“, und er führt weiter aus: „Die Nothelfer sind nicht dazu da, um Nöte zu beseitigen, sondern um Nöte zu bestehen.“ 

Über 800 Kirchen sind den Vierzehn Nothelfern geweiht. [bd]