Bleibe bei uns, Herr! Osterbotschaft von Kardinal Cláudio Hummes

Der Präfekt der Kleruskongregation schreibt Priestern, Diakonen und Katecheten

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ROM, 15. März 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Botschaft, die Kardinal Cláudio Hummes, Präfekt der Kongregation für den Klerus, den Priestern, Diakonen und Katecheten in der ganzen Welt zum diesjährigen Osterfest zukommen lässt.

Cláudio Hummes wurde am 8. August 1934 in Montenegro (Brasilien) geboren. Nach der Schulausbildung trat er in den Franziskanerorden ein und empfing im August 1958 die Priesterweihe.

Im Mai 1975 wurde er zum Titularbischof von Carcabia ernannt, im Dezember desselben Jahres zum Bischof-Koadjutor von Sant André. Ab 1979 war er zehn Jahre lang für die ökumenischen Beziehungen und die Stadtpastoral verantwortlich, danach hatte er das Amt des nationalen Assistenten für Arbeiterpastoral im Sekretariat der brasilianischen Bischofskonferenz inne.

1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Fortaleza, zwei Jahre später zum Erzbischof von São Paulo. Den Vorsitz der brasilianischen Bischofskonferenz gab er im April 1999 ab. Am 21. Februar 2001 verlieh ihm der Papst die Kardinalswürde. Am 31. Oktober 2006 wurde Kardinal Hummes von Benedikt XVI. zum Präfekten der Kleruskongregation ernannt.

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Liebe Priester, Diakone und Katecheten!

Tod und Auferstehung Christi, die wir an Ostern feierlich begehen, bringen der Kirche neues Leben und erfreuen das Volk Gottes, das dem Herrn ein neues Lied singt. In der Geheimen Offenbarung bestätigt Er: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt“ (Offb 1,17-19).

Ja, der auferstandene Herr ist die Garantie für den endgültigen Sieg des Lebens. Der Tod wurde vernichtet. Die Liebe und das Leben haben das letzte Wort. Das ist die sichere und frohe Hoffnung, die unserem Leben und der Geschichte der Menschheit Sinn verleiht. Christus ist auferstanden; er begleitet uns auf unserer irdischen Pilgerschaft und gibt uns Licht und Kraft, wie wir es der Begegnung mit den Emmausjüngern  entnehmen können, die am Nachmittag des Auferstehungstages stattfand. Beten wir gemeinsam, indem wir die Botschaft von Emmaus annehmen und ein Gebet, das Benedikt XVI. an den Auferstandenen, den Herrn der Geschichte gerichtet hat, zur Vorlage nehmen:

»Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich schon geneigt« (Lk 24,29).

Bleibe bei uns, Herr, begleite uns, auch wenn wir nicht immer fähig waren, dich zu erkennen.

Bleibe bei uns, denn um uns herum nimmt die Dunkelheit zu – und du bist das Licht; Entmutigung schleicht sich in unsere Herzen ein – und du bringst sie durch die Gewissheit des Osterfestes zum Brennen. Wir sind müde vom Weg, aber du bestärkst uns durch das Brechen des Brotes, damit wir unseren Brüdern verkünden, dass du wirklich auferstanden bist und uns mit der Sendung betraut hast, Zeugen deiner Auferstehung zu sein.

Bleibe bei uns, Herr, wenn rund um unseren katholischen Glauben Nebel des Zweifels, der Müdigkeit oder Schwierigkeiten aufziehen: Du, der du als Offenbarer des Vaters die Wahrheit selbst bist, erleuchte unseren Geist mit deinem Wort; hilf uns, zu empfinden, wie schön es ist, an dich zu glauben.

Bleibe in unseren Familien, schenke ihnen Licht im Zweifel, hilf ihnen in ihren Schwierigkeiten, tröste sie in ihren Leiden und der täglichen Mühsal, wenn sich um sie herum Schatten zusammenziehen, die ihre Einheit und ihre natürliche Identität bedrohen. Du, der du das Leben bist, bleibe in unseren Häusern und Wohnungen, damit sie weiterhin Stätten sind, wo das menschliche Leben selbstlos geboren wird, wo man das Leben aufnimmt, liebt und es von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende hin respektiert.

Bleibe, Herr, bei denen, die in unserer Gesellschaft am ehesten verwundbar sind; bleibe bei den Armen und Geringen dieser Erde, die auf ungerechte Weise bei der Teilhabe an den Gütern der Menschheit übervorteilt werden und den Reichtum ihrer Kultur und die Weisheit ihrer Identität nur wenig zum Ausdruck bringen können. Bleibe, Herr, bei unseren Kindern und unseren Jugendlichen, die die Hoffnung und der Reichtum unserer Welt sind, beschütze sie vor den vielseitigen Angriffen, die ihre Unschuld und ihre berechtigten Hoffnungen gefährden. O Guter Hirte, bleibe bei unseren alten Menschen und bei unseren Kranken. Stärke alle im Glauben, damit sie deine Jünger und Missionare sind!

Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

[Von der Kongregation für den Klerus zur Verfügung gestellte deutsche Fassung]