"Bleibt nicht den Wahlurnen fern!"

Aufruf der französischen Bischöfe für die Europawahlen

Rom, (ZENIT.org) Redaktion | 252 klicks

Am 25. Mai sollen sich alle Katholiken an die Wahlurnen begeben! Mit dem Ziel, die Bürger zur Beteiligung an den bevorstehenden Europawahlen und damit am Aufbau Europas zu bewegen, starten die französischen Bischöfe eine regelrechte Informationskampagne.

In einem langen von der Französischen Bischofskonferenz ausgesandten Dokument zum Thema „Europa in 12 Punkten“ bezeichnen die Bischöfe die Beteiligung an dieser Wahl insofern als entscheidend, als sie die europäischen Leitlinien in den kommenden 5 Jahre direkt beeinflusse und erstmals Auswirkungen auf die Wahl des künftigen Kommissionspräsidenten habe.

Dennoch schätzen die französischen Bischöfe den Anteil der Nichtwähler bei diesen Wahlen erneut als enorm hoch ein. Ferner werde die Bedeutung der Beteiligung unterschätzt und die Kriterien für die Stimmabgabe seien andere als die europäischen. Aus diesem Grund beschloss die Französische Bischofskonferenz, Maßnahmen zu ergreifen und eine Reihe von Aufrufen zur Wahlbeteiligung an den Europawahlen an die französischen Bürger zu richten.

In einem Schreiben betonte Msgr. Jean-Pierre Grallet, Erzbischof von Straßburg und Vertreter der französischen Bischöfe in der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft): „70 Jahre lang führte der Aufbau Europas zu einer Stärkung des Friedens zwischen zuvor verfeindeten Völkern. Diese europäische Brüderlichkeit ist jedoch nach wie vor schwach. Es liegt an uns, sie zu schützen und auszubauen. Wir alle tragen die Verantwortung dafür. Es wäre bedauerlich, wenn wir uns von Misstrauen und Untätigkeit leiten ließen“.

Die Europawahlen böten den Bürgern in diesem Sinne „die Gelegenheit, Europa ihre Dankbarkeit zu erweisen und zugleich ihre Unzufriedenheit, ihre Erwartungen und ihren Einsatz zu manifestieren“, so der Erzbischof. Dieser erinnerte daran, dass Europa „uns viele Vorteile bereitet hat“, beispielsweise den Frieden zwischen den Völkern, gegenseitiges Verständnis, wissenschaftliche Zusammenarbeit, den freien Personen- und Warenverkehr, den kulturellen und religiösen Dialog, eine gemeinsame Währung.

Dennoch wies Grallet darauf hin, dass angefangen bei der Annäherung der Institutionen an die Bürger noch viel getan werden müsse, zumal die Bürger für das europäische Projekt direkt verantwortlich seien. Dazu bemerkte der Erzbischof: „Jeder europäische Bürger zählt. Wir haben ein Recht darauf, zu wählen. Versuchen wir, dieses Recht nicht zu unterschlagen. Lasst uns debattieren, Vorschläge unterbreiten, handeln und wählen“.