Blick auf Stuttgart: Gemeinschaften bezeugen Herzweitung durch ökumenische Bande

Erster Kongresstag der Geistlichen Gemeinschaften aus ganz Europa

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STUTTGART, 10. Mai 2007 (ZENIT.org).- Kurienkardinal Walter Kasper hat seine Zusage für die Veranstaltung „Miteinander für Europa“ ausgeweitet. Am heutigen ersten Kongresstag traf der Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen bereits zum Kongress in Stuttgart ein.



Kardinal Kasper wird am Samstag neben Italiens Ministerpräsident Romano Prodi seine Einschätzung zum Beitrag der Bewegungen für Europa geben.

„Beten wir an, packen wir an! Gottes Geist wird mit uns sein!“ Die Stuttgarter Liederhalle war schon bei Kongressbeginn zum Bersten gefüllt. „Es ist so viel Herzweitung in unsere Gemeinschaften gekommen!“, bewertete P. Heinrich Walter von der Schönstattbewegung die Wirkungsgeschichte der ersten Zusammenkunft in Stuttgart im Jahre 2003.

Bruder Franziskus Joest aus der Bruderschaft Gnadenthal stellte in seinem Referat die Frage: „Wie können verschiedene Menschen mit unterschiedlichem Charakter so zusammenleben, dass jeder sich mit seiner Gabe entfalten kann?“

Die Einheit, so erklärte der evangelische Bruder, „hat auch Grenzen, und die Grenze hat einen Namen: Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene. Ein Streben der Einheit, das ihn an die Seite drückt oder an ihm vorbeigehen will, wird falsch. Denn nur Jesus führt in die Einheit mit dem dreifaltigen Gott ein!“

Unter dem Motto „Miteinander auf dem Weg“ hatten sich in den frühen Morgenstunden bereits 3.000 Mitarbeiter der Bewegungen aus 20 europäischen Ländern in der Stuttgarter Liederhalle eingefunden. Eines der Ziele des heutigen Tages ist es, Grundsteine dafür zu legen, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gruppen zu intensivieren.

Ging es im ersten Teil des Kongresstages um die Quellen einer fruchtbaren Spiritualität für Europa, so beschäftigte sich der zweite Teil ganz mit der Sendung in Europa. Dr. Markus Müller, Leiter der Pilgermission St. Chrischona betonte den „Ruf zum Leben“; den Aspekt „Befähigt zum Leben“ analysierte der italienische Universitätsprofessor Dr. Marco Impagliazzo von der Gemeinschaft Sant’Egidio.

Die missionarische Dimension zeigt Walter Heidenreich auf, der Leiter der Freien Christengemeinde, FCJG Lüdenscheid. Gestützt auf seinen langjährigen Erfahrungsschatz, der auf die Ausbildung zu missionarischen Diensten und die Leitung verschiedenster Einsätze bei der Stadtmission in Lüdenscheid zurückgeht, betonte er, dass es dringend notwendig sei, das „Christusleben in die Stadt zu tragen“.