Blüte der "kulturellen Zirkel" in Israel

Gelegenheit für eine apostolische Präsenz unter Intellektuellen

Rom, (Fides) | 243 klicks

In der Region Galiläa verbreitet sich das Phänomen der „kulturellen Zirkel“, bei denen sich arabische Intellektuelle im Heiligen Land über kulturelle Themen austauschen. Beim Literaturabend „Noha Qawar“ stand am vergangenen 5. März die antike arabisch-christliche Literatur im Mittelpunkt. Zuvor hatte sich der „Orpheus“-Zirkel im Rahmen eines Seminars dem christlich-arabischen Kulturerbe gewidmet. Am Treffen des „Noha Qawar“-Zirkels nahm auch Bischof Giacinto Boulos Marcuzzo, Vikar des lateinischen Patriarchats Jerusalem teil. „Ich folge der Einladung solcher kultureller Zirkel gerne“, so Bischof Marcuzzo, „um eine apostolische Präsenz in intellektuellen Kreisen zu zeigen, die im allgemeinen eher unzugänglich sind“. 

Die Blüte der „kulturellen Zirkel“ inspiriert sich an der der angelsächsischen Club-Tradition (Rotary, Lions, usw.), die in Galiläa seit jeher weit verbreitet sind. In Haifa ist seit langem der „Al-Kalimah“-Zirkel bekannt, während in Shefaamer der „Al-Ofoq“-Zirkel neu entstand. 

Im Rahmen der „kulturellen Zirkel“ treffen sich im allgemeinen kleine Gruppen von 12 bis 40 Mitgliedern. Unter den Mitgliedern sind vorwiegend Akademiker vertreten, die oft als Ärzte, Anwälte, Architekten und Dozenten tätig sind. Bei den monatlichen Treffen stehen jeweils spezifische Themen im Mittelpunkt. Die religiöse Herkunft der Besucher der „Zirkel“ ist unterschiedlich. Die beiden Zirkel mit Sitz in Nazareth widmen sich insbesondere dem christlichen palästinensischen Erbe, das bereits Gegenstand verschiedener Studienseminare der Universität Bethlehem war. (GV)

(Quelle: Fides 12/3/2014)