Bolivien, Chile und Peru auf dem Weg zu echter regionaler Integration

Gemeinsame Erklärung der Bischöfe der drei Länder: Bemühen um die Überwindung der nationalistischen Ideologien

Rom, (ZENIT.org) | 398 klicks

„Die Förderung einer echten regionalen Integration“ — so lautet die von den Bischöfen des Ständigen Rates der Bischofskonferenzen in Bolivien, Chile und Peru eingegangene Verpflichtung im Rahmen der am Ende des kirchlichen Dreiländertreffens in La Paz, Bolivien, unterzeichneten gemeinsamen Stellungnahme.

In dem Dokument konstatierten die Bischöfe den mangelnden Erfolg der auf regionale Integration ausgerichteten Initiativen. Diese werden oft „durch tiefe Widersprüche vereitelt“ und seien „noch immer nicht zur Aufnahme des gesamten Vermächtnisses und zur Überwindung der inakzeptablen Ungleichheit und Ausgrenzung fähig.“ Wie aus dem Dokument hervorgeht, hätten sich zahlreiche Integrationsbemühungen auf dem Kontinent auf die wirtschaftlichen und geschäftlichen Fragen beschränkt, und daher sei es an der Zeit, eine Veränderung der Geisteshaltung voranzutreiben. Diese solle zur Überwindung der Unterschiede und der Spaltungen die menschliche Integration und eine wahre Kultur der Begegnung fördern.

Unter Bezugnahme auf das Dokument von Aparecida hoben die Bischöfe folgendes hervor: „Wir sind eine geografische Einheit, die von den Menschen unserer Nationen anerkannt wird und durch zahlreiche Gesten der zwischenmenschlichen Integration sowie eine tiefe grenzüberschreitenden Volksreligiosität spürbar wird.“ Abgesehen vom Glauben, der Geographie und der Kultur teilen Bolivien, Chile und Peru aber auch einige besorgniserregende Gegebenheiten, die „Leid und Wertekrisen“ verursachen; beispielsweise die Zunahme des Rauschgifthandels, das Phänomen Migration, die große Armut und der Ausschluss von großen Bereichen der Gesellschaft, Familien- und Ehekrisen und folglich die Verwahrlosung der Jugend.

Angesichts dieser pastoralen Herausforderungen setzen sich die Bischofskonferenzen der drei Länder für eine Neubelebung der kontinentalen Mission ein. Unterstützend wirkt dabei unter anderem die Ermutigung von Papst Franziskus, der Katholiken und Menschen guten Willens – insbesondere Politiker, Unternehmer und Ausbildner – dazu einlud, die eigene Verantwortung als Werkzeug der Integration, der Gerechtigkeit und Einheit anzuwenden. Dazu steht im Schlussteil des Dokumentes: „Wir möchten den gegenseitigen Austausch vereinfachen und Erfahrungen miteinander erleben, anhand derer wir zur Überwindung nationalistischer Ideologien gelangen und all das besiegen, das uns trennt, denn je tiefer unsere Kenntnis voneinander ist, desto länger ist der Weg, den wir gemeinsam zurücklegen können.“