Bolivien: Erzbischof kritisiert Umweltzerstörung

Breitflächiger Coca-Anbau und Vernichtung des Regenwaldes sind problematisch

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MÜNCHEN, 7. Mai 2012 (ZENIT.org/KIN). - Erzbischof Sergio Alfredo Gualberti, Koadjutor der Erzdiözese Santa Cruz in Bolivien, hat im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ den breitflächigen Coca-Anbau sowie die Vernichtung des Regenwalds in Bolivien angeprangert. In dem südamerikanischen Land sollen auf Wunsch der Regierung weitere Flächen gerodet werden. Zudem ist mitten durch ein Naturreservat eine Autobahn geplant, die den Osten Boliviens mit dem Westen Brasiliens verbinden soll. Die Straße würde direkt durch den Nationalpark „Isiboro Secure“ führen, eine Region, die den Ureinwohnern zuerkannt wurde. Kritiker des Projekts fürchten eine zunehmende illegale Abholzung sowie weitere Umweltzerstörungen durch neue Ansiedlungen entlang der geplanten Trasse. „Dabei werden nicht nur wichtige natürliche Ressourcen zerstört, sondern auch die Verbreitung von Coca gefördert“, so Erzbischof Gualberti.

Der Präsident Boliviens, Evo Morales, setzt sich seit Jahren für einen Ausbau der Coca-Anbauflächen ein. Kritik aus dem Ausland wie von Seiten der Kirche hat seine Regierung mehrfach scharf zurückgewiesen. Das Verhältnis zwischen Kirche und Regierung gilt zudem auch wegen einer Verfassungsänderung zur strikten Trennung von Kirche und Staat als angespannt. In der katholischen Kirche haben die politischen Veränderungen deshalb zu einem Umdenken geführt. Für die Bischofskonferenz steht nach den Worten von Erzbischof Gualberti der Verkündigungsauftrag im Vordergrund. In den Gemeinden soll die Pastoralarbeit gestärkt und die Ausbildung von Laienkatecheten, Ordensleuten und Seminaristen vorangetrieben werden. Zwar sind offiziell mehr als drei Viertel der rund zehn Millionen Einwohner Boliviens katholisch, doch wird der Glaube längst nicht überall auch gelebt.