Bosnien-Herzegowina: Katholiken erfahren keine Unterstützung

Bischof Komarica besuchte „Kirche in Not“-Zentrale in Königstein

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KÖNIGSTEIN, 4. November 2008 (ZENIT.org).- Bischof Franjo Komarica von Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) hat sich bei einem Besuch in der Zentrale des internationalen katholischen Hilfswerks Kirche in Not in Königstein im Taunus darüber beklagt, dass weder die bosnische Regierung noch die internationale Gemeinschaft etwas tue, um katholischen Flüchtlingen die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen.



Vom Bischof und von den Priestern werde erwartet, dass sie für die Wiederherstellung der Infrastruktur sorgten, berichtete der Bischof. Die Regierung fühle sich für die Katholiken nicht zuständig, sondern vertrete die Auffassung, sie gehörten zum Bischof. Es sei jedoch nicht Aufgabe der Kirche, für Wohnungen, Strom, fließendes Wasser und Straßenbau zu sorgen, so Komarica.

Noch 13 Jahre nach dem Krieg seien kaum zwei Prozent der geflüchteten Katholiken zurückgekehrt, beklagte der Bischof. Es sei weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene der politische Wille erkennbar, den öffentlichen Aussagen, dass die katholischen Kroaten zurückkehren können, auch Taten folgen zu lassen.

„Unsere Hilferufe, Bitten und Proteste bleiben ungehört. Hier wird die Gerechtigkeit mit Füßen getreten! Warum gelten die Menschenrechte beispielsweise in Deutschland, Frankreich und den USA, nicht aber bei uns in Bosnien?“

Die katholische Kirche wolle einen „fruchtbaren Beitrag für die Zukunft des Landes leisten“, erklärte Komarica. „Dazu müssen wir jedoch hier leben dürfen“, fügte er hinzu. Er selbst werde nicht müde, seine Stimme für alle Entrechteten zu erheben.

Zwischen 1992 und 1995 herrschte in Bosnien und Herzegowina infolge des Zerfalls Jugoslawiens Krieg. 243.000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben.