Botschaft Benedikts XVI. an die Katholiken in den Ländern des Nahen Ostens

„Den Wunsch verspüren zu verstehen, wie sehr der andere leidet“

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ROM, 17. Januar 2007 (ZENIT.org).- Aus Anlass des derzeit stattfindenden siebten internationale Bischofssymposiums im Heiligen Land (13.-18. Januar) veröffentlichen wir die vom Heiligen Stuhl angefertigte Übersetzung der Botschaft, die Papst Benedikt XVI. den Katholiken im Nahen Osten zu Weihnachten zukommen ließ.



Der Heilige Vater brachte vor allem gegenüber allen Not leidenden Menschen sein tiefes Mitgefühl zum Ausdruck, wünschte ihnen den Frieden des Herrn und rief zugleich die katholischen Gemeinden dazu auf, sich immer mehr „der mächtigen Kraft“ bewusst zu sein, „die von ihren mit Liebe angenommenen Leiden ausströmt. Es ist dies ein Leiden, das das Herz des andern und das Herz der Welt zu verändern vermag“, fuhr der Papst fort, und ermutigte in diesem Sinn jeden, „den eigenen Weg beharrlich fortzusetzen, gestützt von dem Wissen um den ‚teuren Preis‘, mit dem Christus ihn gerettet hat“.

Wenn man Leid erfahre, „sollte man vor allem den Wunsch verspüren zu verstehen, wie sehr der andere leidet, der sich in einer ähnlichen Lage befindet. Der geduldige und demütige Dialog, der im gegenseitigen Aufeinanderhören geführt wird und auf das Verständnis der Lage des andern ausgerichtet ist, hat schon in vielen, ehedem durch Gewalt und Rache verwüsteten Ländern gute Frucht getragen. Ein wenig mehr Vertrauen in die Menschlichkeit des andern, vor allem wenn er leidet, kann nur zu wirksamen Ergebnissen führen. Diese innere Bereitschaft wird heute von vielen Seiten maßgebend gefordert.“

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An die Hochwürdigsten Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst
an die lieben katholischen Brüder und Schwestern
in den Ländern des Nahen Ostens

Umstrahlt vom Glanz des Weihnachtsfestes, betrachten wir die Gegenwart des Wortes, das unter uns sein Zelt aufgeschlagen hat. Es ist »das Licht, das in der Finsternis leuchtet« und das uns »die Macht gab, Kinder Gottes zu werden« (vgl. Joh 1,5.12). In dieser für den christlichen Glauben so bedeutsamen Zeit möchte ich an euch, katholische Schwestern und Brüder, die ihr in den Ländern des Nahen Ostens lebt, einen besonderen Gedanken richten. Ich fühle mich euch in jeder auch kleinsten Teilkirche geistig nahe, um mit euch die Sehnsucht und die Hoffnung zu teilen, mit der ihr den Herrn Jesus, den Friedensfürst, erwartet. Allen gelte der biblische Gruß, den sich auch der hl. Franz von Assisi zu eigen gemacht hat: »Der Herr schenke euch Frieden.«

Mit Zuneigung wende ich mich an die Gemeinden, die eine »kleine Herde« sind und sich als solche fühlen sowohl auf Grund der geringen Anzahl von Brüdern und Schwestern (vgl. Lk 12,32), als auch deshalb, weil sie in einer Gesellschaft leben, die in der großen Mehrheit aus Andersgläubigen besteht, und auf Grund der gegenwärtigen Tatsache, daß sich manche der Ursprungsländer in dürftigen Verhältnissen und Schwierigkeiten befinden. Ich denke vor allem an die Länder, die von starken Spannungen gezeichnet und oft abscheulichen Gewalttaten ausgesetzt sind, die nicht nur große Zerstörungen hervorrufen, sondern mitleidlos unschuldige und wehrlose Menschen treffen. Die Nachrichten, die jeden Tag aus dem Nahen Osten kommen, zeigen eine stetige Zunahme dramatischer Situationen, die fast ausweglos sind. Es sind Ereignisse, die in den Menschen, die darin verwickelt sind, natürlich Gegenklagen und Wut hervorrufen und die Gemüter auf Vergeltung und Rache einstimmen.

Wir wissen, daß das keine christlichen Gefühle sind. Geben wir ihnen nach, so erfüllen sie uns im Innern mit Groll und Härte, weit entfernt von jener »Güte und Demut«, als deren Vorbild sich Christus Jesus uns dargestellt hat (vgl. Mt 11,29). Damit ginge die Gelegenheit verloren, einen wirklich christlichen Beitrag zur Lösung der äußerst schwierigen Probleme dieser unserer Zeit zu leisten. Es wäre gerade in diesem Moment wirklich unklug, Zeit auf die Frage zu verwenden, wer mehr gelitten hat, oder das erlittene Unrecht anzuführen und dabei die Gründe aufzuzählen, die die eigene These untermauern. Das ist in der Vergangenheit oft geschehen und führte zu gering gesagt enttäuschenden Ergebnissen. Das Leiden verbindet im Grunde alle, und wenn man leidet, sollte man vor allem den Wunsch verspüren, zu verstehen, wie sehr der andere leidet, der sich in einer ähnlichen Lage befindet. Der geduldige und demütige Dialog, der im gegenseitigen Aufeinanderhören geführt wird und auf das Verständnis der Lage des andern ausgerichtet ist, hat schon in vielen, ehedem durch Gewalt und Rache verwüsteten Ländern gute Frucht getragen. Ein wenig mehr Vertrauen in die Menschlichkeit des andern, vor allem wenn er leidet, kann nur zu wirksamen Ergebnissen führen. Diese innere Bereitschaft wird heute von vielen Seiten maßgebend gefordert.

Ich denke ständig, aber in der Weihnachtszeit mit besonderer Sorge, an die katholischen Gemeinden in euren Ländern. In eure Länder führt uns der Stern, den die Sterndeuter sahen, jener Stern, der sie zur Begegnung mit dem Kind und seiner Mutter Maria führte (vgl. Mt 2,11). In einem Land des Orients hat Jesus sein Leben hingegeben: »Er vereinigte die beiden Teile und riß durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder« (Eph 2,14). Dort sagte Er zu den Jüngern: »Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen« (Mk 16,15). Dort wurden die Jünger des Meisters erstmals als Christen bezeichnet (vgl. Apg 11,26). Dort entstand und entwickelte sich die Kirche der großen Väter und erblühten reiche geistliche und liturgische Traditionen.

Liebe Brüder und Schwestern, euch, den Erben dieser Traditionen, spreche ich mit Zuneigung meine persönliche Nähe aus in eurer Lage menschlicher Unsicherheit, täglicher Leiden, der Angst und der Hoffnung, die ihr erlebt. Euren Gemeinden wiederhole ich vor allem die Worte des Erlösers: »Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben« (Lk 12,32). Ihr dürft auf meine volle Solidarität unter den gegenwärtigen Umständen zählen. Ich bin sicher, daß ich das auch im Namen der universalen Kirche sagen kann. Deshalb soll sich kein katholischer Gläubiger des Nahen Ostens zusammen mit seiner Heimatgemeinde allein oder verlassen fühlen. Eure Kirchen sind auf ihrem schweren Weg vom Gebet und von der karitativen Unterstützung der Teilkirchen der ganzen Welt begleitet, dies nach dem Vorbild und gemäß dem Geist der im Entstehen begriffenen Kirche (vgl. Apg 11,29–30).

In der jetzigen Lage, die sich durch wenig Licht und viel Schatten auszeichnet, ist es für mich ein Grund des Trostes und der Hoffnung zu wissen, daß die christlichen Gemeinden des Nahen Ostens, deren schwere Leiden mir voll und ganz gegenwärtig sind, weiterhin lebendige und tatkräftige Gemeinschaften bleiben und ihren Glauben in den sie umgebenden Gesellschaften durch ihre besondere Identität mit Entschiedenheit bezeugen. Sie wollen dazu beitragen, die dringenden Bedürfnisse ihrer jeweiligen Gesellschaft und der ganzen Region in konstruktiver Weise zu erleichtern. In seinem ersten Brief, den er an ärmliche und ausgegrenzte Gemeinden schrieb, die in der damaligen Gesellschaft nicht viel galten und auch verfolgt waren, zögerte der Apostel Petrus nicht zu sagen, daß ihre schwierige Lage als »Gnade« zu betrachten sei (vgl. 1,7–11). In der Tat, ist es denn nicht eine Gnade, an den Leiden Christi teilhaben zu können, sich mit dem Tun zu vereinen, durch das er unsere Sünden auf sich geladen hat, um sie zu sühnen? Die katholischen Gemeinden, die oft in einer schweren Lage sind, sollen sich der mächtigen Kraft bewußt sein, die von ihren mit Liebe angenommenen Leiden ausströmt. Es ist dies ein Leiden, das das Herz des andern und das Herz der Welt zu verändern vermag. Deshalb ermutige ich jeden, den eigenen Weg beharrlich fortzusetzen, gestützt von dem Wissen um den »teuren Preis«, mit dem Christus ihn gerettet hat (vgl. 1 Kor 6,20). Für die Glieder dieser Gemeinden, die in ihrem Umfeld und in der Gesellschaft in Minderheit und zahlenmäßig oft unbedeutend sind, ist es umso schwerer, der eigenen christlichen Berufung zu entsprechen. Aber eure Patriarchen haben in ihrem Hirtenbrief zu Ostern 1992 geschrieben: »Das Licht in einem Haus mag schwach sein, aber es erhellt das ganze Haus. Das Salz ist das geringste der Nahrungsmittel, aber es ist das, was ihnen den Geschmack gibt. Mengenmäßig ist die Hefe im Teig sehr gering, aber sie ist es, die ihn aufgehen läßt und vorbereitet, damit er Brot wird.« Ich mache mir diese Worte zu eigen und ermutige die katholischen Hirten, in ihrem Dienst fortzufahren, indem sie die Einheit untereinander pflegen und ihrer Herde immer nahe bleiben. Sie sollen wissen, daß der Papst die Sorgen, die Hoffnungen und die in ihren jährlichen Hirtenbriefen sowie in der täglichen Erfüllung ihrer heiligen Pflichten ausgesprochenen Mahnungen teilt. Er ermutigt sie in ihrem Bemühen, die ihnen anvertraute Herde im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu stützen und zu stärken. Die Gegenwart ihrer Gemeinden in den einzelnen Ländern der Region bildet unter anderem ein Element, das für den Ökumenismus sehr förderlich sein kann.

Seit langem ist zu beobachten, daß viele Christen den Nahen Osten verlassen, so daß die Heiligen Stätten Gefahr laufen, sich in archäologische Gebiete ohne kirchliches Leben zu verwandeln. Gefährliche geopolitische Situationen, kulturelle Konflikte, wirtschaftliche und strategische Interessen sowie eine Aggressivität, die dadurch gerechtfertigt werden soll, daß ihnen ein sozialer oder religiöser Ursprung zugeschrieben wird, erschweren sicher das Überleben der Minderheiten, und deshalb kommen viele Christen dazu, der Versuchung der Auswanderung nachzugeben. Oft mag das Übel nicht wieder gutzumachend sein. Dennoch darf man nicht vergessen, daß auch das einfache Zusammensein und Zusammenleben in einem gemeinsamen Leiden wie Balsam auf die Wunden wirkt und zu Gedanken und Werken der Versöhnung und des Friedens anleitet. Daraus entsteht ein familiärer und brüderlicher Dialog, der sich mit der Zeit und durch die Gnade des Heiligen Geistes in einen erweiterten kulturellen, sozialen und auch politischen Dialog verwandeln kann. Außerdem weiß der Gläubige, daß er auf eine Hoffnung zählen kann, die nicht enttäuscht, da sie auf der Gegenwart des Auferstandenen gründet. Von ihm kommt das Werk des Glaubens und die Opferbereitschaft der Liebe (vgl. 1 Thess 1,3). Auch in den schmerzhaftesten Schwierigkeiten beweist die christliche Hoffnung, daß die passive Resignation und der Pessimismus die eigentliche Gefahr sind, die die Antwort auf die Berufung gefährden, die aus der Taufe erwächst. Daraus können Mißtrauen, Angst, Selbstmitleid, Fatalismus und Flucht entstehen.

In der gegenwärtigen Stunde wird von den Christen verlangt, daß sie in der Kraft des Geistes Christi mutig und entschlossen sind und wissen, daß sie auf die Nähe ihrer in der Welt verstreuten Glaubensbrüder zählen können. Der hl. Paulus erklärt in einem Brief an die Römer offen, daß die Leiden, die wir hier auf Erden erdulden, nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die uns erwartet (vgl. 8,18). In gleicher Weise erinnert uns der Apostel Petrus in seinem ersten Brief daran, daß wir Christen jetzt unter mancherlei Prüfungen leiden müssen, aber eine lebendige Hoffnung haben, die uns mit Freude erfüllt (vgl. 1,6). Paulus bekräftigt dann im zweiten Brief an die Korinther mit Überzeugung, daß »der Gott allen Trostes … uns in all unserer Not (tröstet), damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind« (13–4). Wir wissen wohl, daß der vom Heiligen Geist verheißene Trost nicht nur aus guten Worten besteht, sondern sich in eine Erweiterung von Herz und Sinn umsetzt, so daß man die eigene Lage im größeren Rahmen der ganzen Schöpfung sehen kann, die in Erwartung des Offenbarwerdens der Söhne Gottes in Geburtswehen liegt (vgl. Röm 8,19–25). In dieser Hinsicht kann jeder so weit kommen, daß er mehr an die Leiden des andern als an die eigenen Leiden denkt, mehr an die gemeinsamen Leiden als an die privaten Leiden. Und er wird sich bemühen, etwas zu tun, damit der andere oder die anderen erkennen, daß ihre Leiden verstanden und angenommen sind und man diesen, so weit wie möglich, abhelfen möchte.

Durch euch, meine Lieben, möchte ich mich auch an eure Mitbürger wenden, an die Männer und Frauen der verschiedenen christlichen Bekenntnisse, der verschiedenen Religionen und an alle, die aufrichtig den Frieden, die Gerechtigkeit, die Solidarität suchen durch gegenseitiges Hören und den wahren Dialog. Allen sage ich: Haltet stand mit Mut und Vertrauen! Von denjenigen, die für die Lenkung der Geschicke Verantwortung tragen, erbitte ich dann Sensibilität, Aufmerksamkeit und eine konkrete Nähe, die Berechnungen und Strategien überwindet, damit unter wahrer Achtung jedes Menschen gerechtere und friedlichere Gesellschaften aufgebaut werden.

Meine lieben Brüder und Schwestern, wie ihr wißt, hoffe ich wirklich, daß die göttliche Vorsehung es so fügt, daß die Umstände mir eine Pilgerfahrt in das Land erlauben, das durch die Ereignisse der Heilsgeschichte geheiligt worden ist. So hoffe ich, in Jerusalem beten zu können, in der »Heimat des Herzens aller geistigen Nachkommen Abrahams, denen es besonders teuer ist« (Johannes Paul II., Redemptionis anno, AAS LXXVI, 1984, 625). Ich bin wirklich überzeugt, daß es sich »zum Symbol der Begegnung, der Einigung und des Friedens für die ganze Menschheitsfamilie « erheben kann (ebd., S. 629). In Erwartung, daß sich dieser Wunsch erfüllt, ermutige ich euch, den Weg des Vertrauens fortzusetzen, indem ihr Gesten der Freundschaft und des guten Willens vollbringt. Ich meine sowohl die einfachen, alltäglichen Gesten, die in euren Ländern seit langem vom einfachen Volk geübt werden, das von je her alle Menschen mit Respekt behandelt hat, als auch die Gesten, die in gewisser Weise heroisch und von der wahren Achtung der Menschenwürde inspiriert sind – dies in dem Versuch, für extrem konfliktreiche Situationen Auswege zu finden. Der Frieden ist ein so großes und dringliches Gut, daß er auch große Opfer von seiten aller rechtfertigt.

Wie mein verehrter Vorgänger Papst Johannes Paul II. schrieb: »Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden.« Deshalb ist es notwendig, daß die Rechte eines jeden anerkannt und gewürdigt werden. Johannes Paul II. fügte jedoch hinzu: »Ohne Vergebung gibt es keine Gerechtigkeit.« Ohne über vergangene Fehler hinwegzugehen, kann man normalerweise nicht zu einer Vereinbarung kommen, die es ermöglicht, den Dialog im Hinblick auf eine künftige Zusammenarbeit zu eröffnen. In dem Fall ist die Vergebung eine unerläßliche Bedingung, um für die Planung einer neuen Zukunft frei zu sein. Aus der gewährten und angenommenen Vergebung können viele Werke der Solidarität entstehen und sich entfalten, dies gemäß den Richtlinien, die in euren Ländern auf Grund der Initiative der Kirche, der Regierungen und der nicht zur Regierung gehörenden Instanzen schon bestehen.

Der Gesang der Engel über der Hütte von Betlehem: »Frieden auf Erden bei den Menschen von Gottes Gnade« nimmt in diesen Tagen seine volle Prägnanz an und bringt von jetzt an jene Früchte hervor, die man im ewigen Leben in Fülle haben wird. Mein Wunsch ist es, daß die Weihnachtszeit ein Ende oder zumindest eine Erleichterung der vielen Leiden bringen und den vielen Familien jenes Mehr an Hoffnung schenken möge, das notwendig ist, um in der schwierigen Aufgabe fortzufahren, den Frieden in einer noch so zerrissenen und gespaltenen Welt zu fördern. Meine Lieben, seid sicher, daß euch auf diesem Weg das inbrünstige Gebet des Papstes und der ganzen Kirche begleitet. Die Fürsprache und das Beispiel so vieler Märtyrer und Heiliger, die in euren Ländern mutig Zeugnis für Christus abgelegt haben, mögen euch stützen und in eurem Glauben stärken. Und die Heilige Familie von Nazaret wache über eure guten Vorsätze und eure Bemühungen.

Mit diesen Gefühlen erteile ich jedem von euch als Zeichen meiner Zuneigung und meines ständigen Gedenkens von ganzem Herzen einen besonderen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 21. Dezember 2006

BENEDICTUS XVI

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