Botschaft des Papstes zur Fußballweltmeisterschaft

Sport ist Schule des Friedens

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 346 klicks

In der Nacht auf den heutigen Tag strahlte der brasilianische Sender Globo zum ersten Mal eine Videobotschaft von Papst Franziskus zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien aus. Mit den folgenden Worten begrüßte der Papst die Organisatoren, Fans, Teilnehmer und Zuschauer des Großereignisses, dass die „Grenzen der Sprachen, Kulturen und Nationen“ überwinde: „Liebe Freunde, mit großer Freude darf ich mich anlässlich des Beginns der Fußball-WM 2014 in Brasilien an euch alle wenden, liebe Fußballfans.“

Dann sagte er:

„Meine Hoffnung ist, dass diese Weltmeisterschaft nicht nur ein Sportereignis sei, sondern zu einem Fest der Solidarität unter den Völkern werde. Das setzt voraus, dass die Spiele als das wahrgenommen werden, was sie wirklich sind: Ein Spiel und gleichzeitig eine Gelegenheit für den Dialog, das Verstehen, und auch – und ich sage: vor allem – ein Weg, um Werte zu vermitteln, die das Wohl des Menschen fördern und beim Aufbau einer friedlicheren und geschwisterlicheren Gesellschaft helfen.“

Papst Franziskus brachte in seiner Botschaft den Sport mit Werten wie Loyalität, Durchhaltevermögen, Freundschaft, Teilen und Solidarität in Verbindung und sagte, der Fußball zeige Verhaltensweisen und Einstellungen, die nicht nur auf dem Platz bedeutend seien, sondern auch beim Aufbau des Friedens. Sport sei eine Schule des Friedens, an der man drei Lektionen lernen könne. Die wesentlichen Verhaltensweisen seien dieselben wie beim Aufbau des Friedens: Training, „Fair-Play“ und der Respekt unter Gegnern.

„Im Leben müssen wir streiten, trainieren und uns einsetzen, um wichtige Ergebnisse zu erreichen. Der Sportgeist erinnert uns hier daran, das Opfer wichtig sind, um in den Tugenden zu wachsen, die für den Charakter eines Menschen wichtig sind. Zur Verbesserung eines Menschen ist intensives und dauerhaftes „Training“ wichtig, deswegen muss noch mehr Einsatz gebracht werden, um zur Begegnung und zum Frieden zwischen Einzelnen und zwischen „verbesserten“ Völkern zu kommen! Es ist so wichtig, viel zu trainieren …“

Auch in Bezug auf die von Papst Franziskus propagierte Kultur der Begegnung sei der Fußball eine Schule, da er Einigkeit und Frieden unter den Völkern bringe, so seine Worte. Der Sport lehre, dass es, um in einem Team spielen zu können, notwendig sei, an das Wohl der Gruppe und nicht nur an das eigene zu denken.

„Um zu gewinnen, müssen wir den Individualismus, den Egoismus, alle Formen von Rassismus, Intoleranz und Instrumentalisierung des Menschen überwinden. Einzelgänger im Fußball zu sein, niemals abzuspielen, bedeutet ein Hindernis für den Erfolg des Teams. Wenn wir in der Gesellschaft Einzelgänger sind und die Menschen um uns herum ignorieren, dann leidet die gesamte Gesellschaft darunter.“

Abschließend sagte Papst Franziskus, die Achtung vor dem Gegner und den Mitspielern sei im Sport eine wichtige Lehre für den Aufbau des Friedens.

„Niemand gewinnt alleine, weder auf dem Platz noch im Leben! Niemand darf sich isolieren oder sich ausgeschlossen fühlen! Ja, am Ende dieser Weltmeisterschaft hebt nur eine Nationalmannschaft den Pokal als Sieger in die Höhe, aber wenn wir die Lehren, die der Sport uns gibt, annehmen, dann sind wir alle Sieger und stärken die Bande, die uns einen.“