Botschaft des Vatikans zum Welttourismustag am 27. September

Tourismus – Antworten auf den Klimawandel

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ROM, 27. Juni 2008 (Zenit.org).- Urlaubsplanungen und touristische Unternehmungen stellen eine Gelegenheit dar, sich für das Wohl der Erde einzusetzen. Die Gestaltung von Freizeit und Ferien kann aber auch zu den negativen Folgen des Klimawandels beitragen. Das gab in diesen Tagen der Vatikan zu bedenken.

Der Päpstliche Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs unterstreicht in seiner Botschaft zum Welttourismustag, den die Welttourismusorganisation (UNWTO) für den 27. September ausgerufenen hat, das auch Urlauber „ihren Teil dazu beitragen können, damit der Planet Erde lebensfähig bleibt und das kontinuierliche Wachstum des alarmierenden Klimawandels abgebaut werden kann“.

Der Welttourismustag (WTD) 2008 wird auf Beschluss der Vollversammlung unter folgendem Motto stehen: „Tourismus – Antworten auf den Klimawandel“ („Tourism – Responding to the Challenge of ClimateChange“). Eine internationale UNWTO-Kampagne wird zu den WTD-Feierlichkeiten am 27. September hinführen. Gastgeberland für den diesjährigen WTD ist Peru.

Im Hinblick auf eine richtige Antwort auf den Klimawandel wird in der neuen Botschaft aus dem Vatikan bekräftigt: „Man kann also noch wählen zwischen den beiden vor uns liegenden Wegen, ein Tourist für oder gegen die Erde zu sein.“ Wer sich als Schwester und Bruder aller Menschen verstehe, könne nach geeigneten Formen suchen, um geschwisterlich zu leben.

„Man kann sich beispielsweise dafür entscheiden, zu Fuß zu gehen, Hotels und Aufenthaltsorte zu wählen, die in nahem Kontakt mit der Natur sind, oder weniger Gepäck mitzuführen, damit die Transportmittel weniger Abgase ausstoßen“, wird seitens des Päpstlichen Rates vorgeschlagen.

„Man kann als Tourist den Abfall getrennt entsorgen, ökologischere Mahlzeiten einnehmen, Bäume pflanzen, um die verunreinigenden Einflüsse zu neutralisieren, die örtlichen Handwerksprodukte anderen gegenüber bevorzugen, die aus aufwendigen und schädlichen Materialien gemacht sind. Man kann wieder verwendbares oder biologisch abbaubares Material benutzen, die örtliche Gesetzgebung respektieren und die Kultur des Gebietes, in das wir uns begeben, richtig bewerten.“ Die Botschaft ermuntert dazu, auch im Bereich des Tourismus „eine Ethik der Verantwortung zu kultivieren“.

Angesichts der Vision des Paradieses, das im Buch Genesis als Bild für den Plan des Schöpfers von einer heilen Welt voller Lebensfreude entworfen werde, verstehe man „die Erde als Gabe, die bewahrt werden muss“.

Aufgrund des Bruchs dieser vollendeten Lebenswelt durch die Macht der Sünde sei das Gleichgewicht zerstört worden und der Paradiesgarten zu einer Wüste geworden. Angesichts dieser Logik der Zerstörung scheine die „große Herausforderung“ deshalb in der Überwindung einer gewissen krankhaften Eigenliebe zu bestehen, die in einen sinnlosen Konsumrausch münde. Dazu gehöre, mit einem „klaren und ehrlichen Blick auf die Erde“ zu schauen, „denn sie läuft Gefahr unterzugehen“.

Der Mensch müsse wieder lernen, sich Grenzen zu setzen. Das geschehe in der Anerkennung des anderen und der Transzendenz des Schöpfers verbunden mit dem Respekt vor den Geschöpfen, heißt es.

Als Beispiel für kreative Initiativen in punkto Klimawandel führt die Botschaft die Tatsache an, dass der Vatikan „der erste souveräne Staat ist, der null Emissionen aufweist“, was neben Initiativen wie der Nutzung von Solarenergie für die Audienzhalle Pauls VI. unter anderem Dank eines Projekts von Baumanpflanzungen erreicht worden sei.

Mit solchen Plänen hofft die Kirche, Flagge für ein verstärkt „ökologisches Bewusstsein" zu zeigen und alle Menschen guten Willens, „insbesondere Christen“, zu ermutigen, für die Erhaltung der Schöpfung zu arbeiten.