Botschaft von Aram I., Katholikos von Kilikien, an die Vollversammlung der Bischofssynode

Redebeitrag von P. Massis Zobouian, Direktor des Christian Education Department of the Catholicosate of the Holy See of Cilicia (Libanon)

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VATIKANSTADT, 18. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Während der 14. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 16. Oktober, verlas P. Massis Zobouian eine Botschaft von seiner Heiligkeit Aram I., Katholikos von Kiliken. Die christliche Evangelisierung sei Sache, die die kathilische Kirche allein betreffe, betonte Aram I, sie habe Priorität für alle Christen.                                                                                                                                                                      

[Wir veröffentlichen die Botschaft in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

Botschaft von Seiner Heiligkeit Aram I., Katholikos von Kilikien, an die Vollversammlung der Bischofssynode

Wir grüßen Sie im Geist christlicher Liebe und Verbundenheit.

Die Initiative Seiner Heiligkeit, Papst Benedikt XVI., eine Generalversammlung der Bischofssynode einzuberufen zum Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“, hat tiefe ökumenische, ekklesiologische und missiologische Bedeutungen und Implikationen.

Die Verkündigung des Evangeliums ist der Daseinsgrund der Kirche. Sie ist sowohl ein Geschenk Gottes in Christus und ein Ruf. Der christlichen Evangelisierung muss in der Welt von heute, in der wir einen zunehmenden Verfall der geistlichen und moralischen Werte beobachten können, eine zentrale Rolle eingeräumt werden. Die Erneuerung und Stärkung der Evangelisierungsberufung der Kirche ist keine Entscheidung, die in ihrem Belieben stünde, sondern eine dringende Notwendigkeit und eine große Herausforderung.

Das ist auch der Grund, warum die Stärkung der Evangelisierungsarbeit der Kirche keine Sache ist, die nur die katholische Kirche allein betrifft. Sie ist eine Priorität für alle Christen und ein ökumenischer Imperativ. Die in verschiedenen Teilen der Welt Zeugnis ablegenden Kirchen sind gerufen, die dringende Notwendigkeit der Verkündigung des Evangeliums hervorzuheben und ihrem Missionsengagement eine neue Dynamik zu verleihen.

Wir sollten jedoch erkennen, dass es in unseren modernen Gesellschaften, die von den Kräften der Säkularisierung und der Globalisierung beherrscht werden, keine leichte Aufgabe ist, das Evangelium in die Welt hinauszutragen. Unter keinen Umständen darf die Kirche ihre ihr von Gott anvertraute Sendung aufgeben.

Wir begrüßen den ökumenischen Geist und die Offenheit des Heiligen Vaters, der Bruderdelegierte eingeladen hat, an diesem geistlichen Ereignis im Leben und Zeugnis der katholischen Kirche teilzunehmen. Wir sind sicher, dass die Synodenväter die komplexe Frage der Evangelisierung mit einem ganzheitlichen und kontextuellen Ansatz angehen werden, um so den derzeitigen Bedürfnissen der Gläubigen in so schwierigen Zeiten auf lokaler Ebene zu entsprechen.

Möge Gott Sie in Ihren Reflexionen und in Ihrem Handeln leiten zum Ruhm Seines himmlischen Reiches.