Botschaft von Kardinal Cláudio Hummes an die Katecheten

„Zeigen Sie allen, denen Sie begegnen, das Antlitz Christi“

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ROM, 24. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Botschaft, die Kardinal Cláudio Hummes, Präfekt der Kongregation des Klerus, an die Katecheten geschickt hat.



Der Kardinal bezeichnet sie als „wahren Schatz für die Pfarrgemeindenden“, dankt ihnen für ihren „unermüdlichen kirchlichen Dienst an der katholischen Glaubenserziehung“ und rät ihnen, die vertrauensvolle Beziehung zum Herrn zu vertiefen, „die aus der Liebe entsteht, aus der Hingabe, dem Hinhören und dem Schweigen“.

Kardinal Hummes bestärkt die Katecheten in ihrem Dienst und ermutigt sie mit den Worten: „Zeigen Sie allen, denen Sie begegnen, das Antlitz Christi.“

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An die Katecheten

Liebe Katechetinnen und Katecheten,
der Friede des Herrn sei mit Euch!

In meinem ersten Jahr im Dienst Papst Benedikts XVI. in der Kongregation für den Klerus, der auch der katechetische Dienst anvertraut ist, möchte ich Ihnen allen meinen herzlichen und brüderlichen Gruß zukommen lassen.

Ich bitte Gott, der groß ist in der Liebe und reich an Barmherzigkeit, Sie in besonderer Weise zu segnen. Ich tue das am Fest des heiligen Evangelisten Lukas: er hat einen grundlegenden Beitrag zur Glaubensverkündigung an den auferstandenen Christus und zur Ausbreitung Seines Reiches geleistet.

Ich möchte Ihnen vor allem meine Bewunderung aussprechen für Ihren unermüdlichen kirchlichen Dienst an der katholischen Glaubenserziehung vieler Katechumenen oder bereits getaufter Christen, die Ihnen anvertraut sind. Ich versichere Ihnen meine brüderliche Zuneigung, liebe Schwestern und Brüder, die Sie im Glaubenskampf engagiert sind, der oft heroische Opfer verlangt, welche Sie freudig immer wieder auf sich nehmen.

In der täglichen Treue zu Gott und zum Menschen sind Sie ein wahrer Schatz für die Pfarrgemeinde. Ein vielversprechendes Zeichen, das Gott uns schickt, um uns zu stärken und immer neu zu überraschen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie weiterhin mit Leidenschaft und starkem Willen daran arbeiten, die den Lehrern, Erziehern und Zeugen angemessene Persönlichkeit zu erwerben, die es ermöglicht, in aller Treue die ganze Wahrheit den Menschen unserer Zeit zu vermitteln.

Stärken Sie Ihren Glauben, „stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die Euch erfüllt“ (1 Petr 3,15), durch das Gebet, die Weiterbildung, die Liebe. Seien Sie immer freudig und eifrig, damit auch durch Ihr Werk „in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit“ (1 Petr 4,11).

Ich rate Ihnen zum Gebet und zur Vertiefung einer vertrauensvollen Beziehung zum Herrn, die aus der Liebe entsteht, aus der Hingabe, dem Hinhören und dem Schweigen.

In einer Welt, die oft ohne Hoffnung dem Egoismus und der Gewalt verfallen ist, werden jede Ihrer Gesten, Ihr Lächeln, Ihre Worte ein lebendiges Zeugnis, daß der Herr die Sünde und den Tod besiegt hat und daß die Liebe möglich ist!

Finden Sie zu den tiefen Wurzeln Ihres Glaubenszeugnisses zurück, zu Taufe und Firmung; nähren Sie Ihren katechetischen Dienst mit der Nahrung der Starken: der Eucharistie.

Zeigen Sie allen, denen Sie begegnen, das Antlitz Christi, unentgeltlich und in der Treue zu Ihrem katechetischen Auftrag. Der Geist des Herrn mache Ihr Leben neu und lasse die Gemeinschaft unter Ihnen wachsen.

„Möge die Welt unserer Zeit, die heute voller Angst und morgen voller Hoffnung sucht, die Frohe Botschaft nicht von traurigen und mutlosen, von ungeduldigen und nervösen Boten erfahren, sondern von Menschen, deren Leben Begeisterung ausstrahlt, die als Erste die Freude Christi erfahren haben, und die das eigene Leben aufs Spiel setzen, damit das Reich Gottes verkündet wird und die Kirche Wurzeln fasst im Herzen der Welt.“ (EN 80)

Ich rufe auf Sie jenen Segen herab, der dem heiligen Franz von Assisi so teuer war: „Der Herr segne und behüte Dich. Er lasse sein Angesicht über Dir leuchten und schenke Dir seine Barmherzigkeit. Der Herr wende Dir seinen Blick zu und schenke Dir seinen Frieden.“

Und die Jungfrau Maria, der Stern der Verkündigung, möge Sie leiten und stützen und sei für Sie Zeichen sicherer Hoffnung.

Vatikan, 18. Oktober 2007
Fest des heiligen Evangelisten Lukas

Kardinal Claudio Hummes
Präfekt

[Von der Kongregation für den Klerus veröffentlichte deutsche Fassung]