Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 17. Welttag der Kranken

„Unsere Aufmerksamkeit gilt vor allem den Kindern, den schwächsten und schutzlosesten Geschöpfen".

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ROM, 11. Februar 2009 (ZENIT.org).- Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 17. Welttag der Kranken: „Unsere Aufmerksamkeit gilt vor allem den Kindern, den schwächsten und schutzlosesten Geschöpfen, und unter ihnen vor allem den kranken und Not leidenden Kindern… Aus all diesen Kindern erhebt sich ein stiller Schrei des Schmerzes, der an unser Gewissen als Menschen und Glaubende appelliert.“

„Wie uns nämlich die Leiden Christi überreich zuteil geworden sind, so wird uns durch Christus auch überreicher Trost zuteil“ (2 Kor 1,5), zitiert Papst Benedikt XVI. den Völkerapostel Paulus und stellt in seiner Botschaft eine „geistliche Verbindung zu Lourdes“ her.

Papst Benedikt XVI. richtet mit seiner Botschaft zum 17. Welttag der Kranken, der heute, am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes, in den Diözesen in aller Welt begangen wird, den Blick auf alle schutzlosen Kranken, insbesondere die Kinder.

„Es gibt kleine menschliche Geschöpfe, die an ihrem Körper die Folgen von Krankheiten tragen, die zu Behinderungen führen, und andere, die mit Krankheiten kämpfen, die trotz der Fortschritte der Medizin und der Unterstützung erfahrener Forscher und Mitarbeiter des Gesundheitswesens noch nicht heilbar sind.

Es gibt Kinder, deren Leib und Seele nach Konflikten und Kriegen verletzt sind, und andere, die unschuldige Opfer des Hasses erwachsener Menschen sind, die kein Gewissen haben. Es gibt Straßenkinder, die der Wärme einer Familie entbehren und sich selbst überlassen sind, und Minderjährige, die von niederträchtigen Menschen missbraucht werden, die gegen ihre Unschuld verstoßen und in ihnen eine psychologische Wunde hinterlassen, die sie für den Rest des Lebens kennzeichnen wird.

Wir dürfen auch die unberechenbare Zahl der Kinder nicht vergessen, die an den Folgen von Durst, Hunger und fehlender medizinischer Versorgung sterben, sowie die Kinder, die auf der Flucht oder vertrieben worden sind, die zusammen mit ihren Eltern ihre Heimat verlassen mussten, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen. Aus all diesen Kindern erhebt sich ein stiller Schrei des Schmerzes, der an unser Gewissen als Menschen und Glaubende appelliert.“

Der Papst wendet sich in seiner Botschaft insbesondere an die christlichen Gemeinden, die „angesichts derart dramatischer Situationen nicht gleichgültig bleiben dürfen“, und wünscht sich, dass „auch der Welttag der Kranken in den Pfarreien und den Diözesen immer mehr das Bewusstsein entstehen lässt, dass sie ‚Familie Gottes’ sind, und sie dazu anregt, in den Dörfern, Stadtvierteln und Städten die Liebe des Herrn spürbar zu machen“.

Seit ihren Anfängen „ist das Zeugnis der Liebe Teil des Lebens jeder christlichen Gemeinde“. Heute, so heißt es in der Botschaft weiter, „angesichts der veränderten Bedingungen im Gesundheitswesen, empfindet man das Bedürfnis nach einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, den verschiedenen Gesundheitseinrichtungen und den kirchlichen Gemeinden eines Territoriums.“

Der Papst ermuntert auch dazu, nicht nur den jungen Patienten zu helfen, sondern auch allen Familien, „die von der Krankheit eines Sohnes oder einer Tochter betroffen sind“. Ihnen sollte man „die Unterstützung einer konkreten Solidarität“ zukommen lassen beziehungsweise ein „Klima der Gelassenheit und Hoffnung“ schaffen und ihnen das Gefühl vermittelt, „dass um sie herum eine große Familie der Brüder und Schwestern in Christus existiert“.

Benedikt XVI. betont mit Nachdruck „die absolute und höchste Würde jedes Menschen“ und die Lehre der Kirche, die unaufhörlich verkünde: „Das menschliche Leben ist schön und soll in seiner ganzen Fülle gelebt werden, auch wenn es schwach und vom Geheimnis des Leidens umgeben ist. Wir müssen unsern Blick auf den gekreuzigten Jesus richten: Durch seinen Tod am Kreuz wollte er den Schmerz aller Menschen teilen. In seinem Leiden aus Liebe erkennen wir die höchste Teilnahme an den Schmerzen der kranken Kinder und ihrer Eltern.“

Abschließend äußert der Papst seine „Wertschätzung und Ermutigung für alle internationalen und nationalen Organisationen, die sich der Pflege von kranken Kindern insbesondere in armen Ländern widmen“, und appellierte dabei an die Verantwortlichen der Vereinten Nationen mit der Bitte um „den Ausbau von Gesetzen und Maßnahmen für kranke Kinder und ihre Familien“. Sodann bekundet Benedikt XVI. allen, die aufgrund einer Krankheit leiden, seine geistliche Verbundenheit. Besonders herzlich grüßt er auch alle, die die Kranken pflegen.

Vor allem gedenkt der Papst aber der kranken Kinder: „Ein ganz besonderer Gruß gilt euch, liebe kranke und Not leidende Kinder: Der Papst umarmt euch mit väterlicher Zuneigung zusammen mit euren Eltern und Angehörigen, und versichert euch seines besonderen Gedenkens im Gebet. Er bittet euch, auf den mütterlichen Beistand der Unbefleckten Jungfrau zu vertrauen, die wir am vergangenen Weihnachtsfest erneut betrachteten, wie sie mit Freude den Sohn Gottes im Arm hält.“