Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 70-jährigen Priesterjubiläum von Pater Marie-Dominique Philippe, des Gründers der Gemeinschaft des heiligen Johannes

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ROM/ARS, 4. Juli 2006 (ZENIT.org).- Am Freitag wurde in Ars, Frankreich, das 70-jährige Priesterjubiläum von Pater Marie-Dominique Philippe op, des Gründers der Gemeinschaft des heiligen Johannes, gefeiert. Pater Philippe stand an diesem Tag einem Dankgottesdienst vor. Ars ist durch den heiligen Pfarrer Jean-Marie Vianney zu einem weltbekannten Wallfahrtsort geworden.



Im Verlauf der Eucharistiefeier wurde eine Botschaft Papst Benedikts XVI. verlesen, in der sich der Papst der Danksagung von Pater Marie-Dominique Philippe anschloss und Gott darum bat, "in all dem Guten reiche Frucht zu bringen; das Gute, das Ihnen gegeben wurde, in Ihrer priesterlichen Treue wirksam werden zu lassen, um dem Ruf des Herrn zu antworten". Am Ende seiner Botschaft wünschte der Heilige Vater Pater Marie-Dominique Philippe, den priesterlichen Dienst im Frieden und in der Freude dessen, der für das Königreich alles verlassen habe, weiter zu verfolgen.

Am Samstag, dem 1. Juli, weihte Kardinal Franc Rodé, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, ebenfalls in Ars vierzehn Priester und acht Diakone der Johannes-Gemeinschaft. Nach der Begrüßung durch Pater Jean-Pierre-Marie, dem Generalprior der Brüder des heiligen Johannes, erinnerte Kardinal Rodé die zukünftigen Priester und Diakone in seiner Predigt an ihre eigentliche Aufgabe: "Eure Spiritualität ist die des heiligen Johannes. Ihr stellt euer ganzes Leben als Ordensbrüder und Priester unter seinen Schutz, um dank seiner Gnade zu leben und heute jenes missionarische Werk zu verwirklichen, das Jesus der Kirche anvertraute. Die Liebe des Johannes führt euch auf natürliche Weise zu Maria, die Ihr als eure Mutter und eure Beschützerin verehrt. Euer Gründer, der "liebe Pater Philippe", wie ihn Papst Benedikt letzten Februar [anlässlich der Wallfahrt nach Rom zum 30-jährigen Bestehen der Gemeinschaft, Anm. d. Red.] genannt hat, hört nicht auf, euch in das Geheimnis Mariens einzuführen. Sie ist das Vorbild des gottgeweihten Lebens und die Mutter des Priestertums."

In diesem Jahr, in dem die Gemeinschaft ihr 30-jähriges Bestehen feiert, unterstrich der Präfekt der Kongregation die Fruchtbarkeit des am 8. Dezember 1975 vollzogenen Weiheaktes an Maria durch die ersten Brüder: "Seit Anbeginn hat sich die Gemeinschaft des heiligen Johannes gemäß dem schönen Gebet von Louis-Marie Grignion de Montfort der Jungfrau Maria geweiht: für ein Leben in der vollkommenen Hingabe an Jesus, für ein kontemplatives Leben der Anbetung und des Studiums, ein Leben in der brüderlichen Nächstenliebe, der Armut sowie im religiösen Gehorsam. Von dort ausgehend ist eure Familie von Brüdern und Schwestern, beide apostolisch und kontemplativ, entstanden, wächst sie und verbreitet sich in der Welt, um in der Nachfolge von Johannes dem Theologen das Evangelium unseres Herrn zu bezeugen."

Kardinal Franc Rodé unterstrich danach die Bedeutung der Suche nach Wahrheit, die für die von Pater Marie-Dominique Philippe gegründete Gemeinschaft die erste Berufung darstellt: "Ich weiß um die Bedeutung der intellektuellen Ausbildung für euch. Eure Lebensregel verpflichtet euch dazu. Dadurch wisst ihr euch in eurem Gebet erneuert und in eurer Kontemplation genährt. Eure Predigt wird um ein immer tiefer gehendes Verständnis des unergründlichen Mysteriums Christi bereichert. Begnügt euch sich nicht mit dem, was ihr empfangen haben. Kehrt unaufhörlich zu den Schriften zurück, bereichert euch in der Lektüre der Kirchenväter, bewahrt den heiligen Thomas von Aquin als sicheren Führer, und erforscht ohne Unterlass die Zeichen der Zeit, um auf die vielschichtigen Herausforderungen unserer Kultur am Beginn dieses dritten Jahrtausends adäquate Antworten geben zu können."

Am Ende der Zeremonie bedankte sich Pater Marie-Dominique Philippe ganz herzlich bei Kardinal Rodé. In seiner Antwort dankte der Kardinal dem Ordenspriester seinerseits für all das, was dieser für die Kirche getan habe. "Aus Ihrem Herzen, das ganz und gar dem Herrn hingegeben ist und aus ihrem Verstand, der vollkommen der Wahrheit, dem Heiligen Geist geöffnet ist, ist eine neue Gemeinschaft in der Kirche entstanden – eine Gemeinschaft, die in ihrer Kraft, ihrer Jugend und in ihrer Frische das Wort des Evangeliums über die ganze Welt verbreitet. Pater Philippe, die Kirche ist Ihnen zutiefst dankbar für all das, was sie Ihnen schuldet; und sie schuldet Ihnen viel."

Kardinal Rodé schloss, indem die Gemeinschaft des heiligen Johannes eine Familie nannte, "die aus dem Herzen Gottes und aus Ihrem Herzen geboren wurde, damit sie den Weg beschreite, den Sie ihr mit der Hand eines Meisters vorgezeichnet haben".