Botschaft zum Weltjugendtag 2014

Papst Franziskus gibt Orientierungshilfe

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 286 klicks

Gestern veröffentlichte der Vatikan die erste von drei Botschaften von Papst Franziskus zur Vorbereitung auf den internationalen Weltjugendtag 2016 und gab damit den Jugendlichen eine Orientierung für die kommenden drei Jahre. Für 2014 stellte der Pontifex die Seligpreisungen des Matthäusevangeliums in den Mittelpunkt.

Papst Franziskus plädiert in seinem Schreiben für einen Lebensstil der „Armut vor Gott“ und wendet sich mit folgenden Worten an die Jugendlichen: „In einer Zeit, in der viele Menschen unter der Wirtschaftskrise leiden, kann es unangebracht erscheinen, Armut mit Glück zu verbinden“. Das Modell von Glück, das der Papst im Folgenden skizziert, steht nach eigenen Worten im Gegensatz zu dem, was gewöhnlich von den Medien und dem vorherrschenden Denken darunter verstanden wird.

Nach Papst Franziskus heißt Armut Freiheit den Dingen gegenüber. Die Jugend solle einen Lebensstil der Genügsamkeit wählen, der das Wesentliche suche, statt in Konsum und Überfluss zu ersticken. Diesbezüglich schreibt er: „Kommen wir von der Habgier los, vom vergötterten und dann verschwendeten Geld. Geben wir Jesus den ersten Platz. … Auch um die Wirtschaftskrise zu überwinden, muss man bereit sein, seinen Lebensstil zu ändern und die vielen Verschwendungen zu vermeiden. So wie der Mut zum Glück nötig ist, braucht es auch den Mut zur Genügsamkeit.“

Papst Franziskus fährt fort, die Armut lehre Demut und Gottvertrauen. Sie erinnere daran, dass der Wert des Menschen nicht an materiellen Dingen gemessen werden könne. Hierzu schreibt er: „Ein Armer, ein Mensch ohne materielle Güter, behält immer seine Würde.“ In diesem Zusammenhang verwies er auf das Bewusstsein der eigenen Grenzen. Gerade hier sehe er eine Schlüsselaufgabe der Jugend, die er zu Solidarität mit den Armen aufruft: „Euch Jugendlichen übertrage ich in besonderer Weise die Aufgabe, ins Zentrum der menschlichen Kultur wieder die Solidarität zu setzen.“ Unter den Formen der Armut verstehe er Arbeitslosigkeit, Auswanderung, Hoffnungslosigkeit und Abhängigkeiten jeglicher Art.

Der Papst ruft die Jugendlichen in seinem Schreiben auf, wachsam und informiert zu sein und die Gleichgültigkeit zu überwinden. Er betont neben der engen Verknüpfung von Armut und Glück auch die von Freude und Weitergabe des Glaubens. Er motiviert die Jugendlichen, sich nicht mit „Billigangeboten“ angeblichen Glücks zufrieden zu geben, sondern nach großen Dingen zu streben und die Herzen weit zu machen. Allein das Streben nach Erfolg und schnellem Vergnügen bringe keine echte Befriedigung. Er sei traurig, eine satte und schwache Jugend ohne Selbstbewusstsein zu sehen, ohne ein Herz für den Nächsten. Papst Franziskus schreibt dazu: „Habt den Mut, gegen den Strom zu schwimmen! Habt den Mut zum wahren Glück! Sagt Nein zur Kultur des Provisorischen, der Oberflächlichkeit und der Aussonderung – eine Kultur, die euch für unfähig hält, Verantwortung zu übernehmen und die großen Herausforderungen des Lebens anzugehen!“