Brief der Synodenväter an die Bischöfe in China

\"Gerade in der Eucharistie stehen wir alle in einer Gemeinschaft mit Christus und der Weltkirche\"

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ROM, 24. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen das kürzlich vom Heiligen Stuhl publik gemachte Schreiben der Delegierten der elften Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode an jene vier Bischöfe in China, die aufgrund des Ausreiseverbots, das die kommunistische Pekinger Regierung verhängt hatte, nicht an den Beratungen über die Eucharistie als \"Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche\" in Rom teilnehmen konnten.



Die Mitglieder der am Sonntag zu Ende gegangenen Weltbischofssynode versichern darin Erzbischof Anthony Li Duan von Xian, Bischof Aloysius Jin Luxian von Shanghai, Bischof Luke Li Jingfeng von Fengxiang und Bischof Joseph Wei Jingyi von Qiqihar ihre besondere Nähe und Verbundenheit.

Papst Benedikt XVI. sagte diesbezüglich in seiner Predigt am Weltmissionssonntag: \"Liebe und verehrte Synodenväter, während der vergangenen drei Wochen haben wir gemeinsam ein Klima erneuerten eucharistischen Eifers erlebt. Ich möchte nun mit euch und dem gesamten Episkopat den Bischöfen der Kirche in China einen brüderlichen Gruß übermitteln. Mit lebendigem Schmerz haben wir das Fehlen ihrer Vertreter gespürt. Dennoch möchte ich allen chinesischen Bischöfen versichern, dass wir ihnen und ihren Priestern und Gläubigen im Gebet nahe sind. Der Leidensweg der Gemeinden, die ihrer pastoralen Sorge anvertraut sind, ist in unserem Herzen präsent. Er wird nicht ohne Frucht bleiben, denn er ist eine Teilnahme am Paschamysterium zur Ehre des Vaters.\"

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Vatikanstadt, 22. Oktober 2005

Verehrte Brüder im Bischofsamt!

Wir, die Synodenväter der elften Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, möchten Euch gemeinsam mit Papst Benedikt XVI. unseren brüderlichen und herzlichen Gruß übermitteln.

Euer Fehlen bei den Synodenarbeiten hat in unserer Seele tiefes Bedauern ausgelöst. Wir hätten Euch gern getroffen und aus Eurem Munde die Geschichte Eurer erlittenen und fruchtbaren kirchlichen Erfahrung gehört. All dies war nicht möglich, aber wir versichern Euch und der ganzen Kirche in China, dass Ihr in unseren Herzen und unseren Gebeten besonders gegenwärtig seid.

Wie Ihr wisst, steht das eucharistische Geheimnis im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Diesbezüglich möchten wir unterstreichen, dass wir gerade in der Eucharistie, der Quelle und dem Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche, alle in einer Gemeinschaft mit Christus und der Weltkirche stehen. Für all dies loben wir gemeinsam mit Euch den ewigen Vater, den Spender alles Guten: Seinem Herzen möge jene Liebe entspringen, die sich durch den Geist des auferstandenen Herrn, der aus uns \"ein Herz und eine Seele\" (Apg 4,32) macht, in uns ergießt.

Im Herrn Jesus Christus wünschen wir Euch, dass alle Kirchgemeinden in China im Hören des Wortes Gottes, in der Feier des Ostergeheimnisses und dem großzügigen Dienst an den Brüdern aufblühen mögen. Diese Gelöbnisse schließen den brennenden Wunsch mit ein, dass man schon bald Wege finden möge, um die volle Gemeinschaft noch sichtbarer zu machen.

Wir vertrauen diese Wünsche, die von einem inbrünstigen Gebet für die gesamte Kirche begleitet sind, der allerseligsten Jungfrau Maria an, der Mutter der Kirche.

Erzbischof Nikola Eterovic
Generalsekretär der Bischofssynode

Kardinal Francis Arinze
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
Delegierter Präsident der Bischofssynode

Kardinal Juan Sandoval Íñiguez
Erzbischof von Guadalajara (Mexiko)
Delegierter Präsident der Bischofssynode

Kardinal Telesphore Placidus Toppo
Erzbischof von Ranchi (Indien)
Delegierter Präsident Bischofssynode

[Vom Heiligen Stuhl veröffentlichte deutsche Übersetzung des lateinischen Originals]