Britische Bischöfe: Neues Ehegesetz hat nichts mit gleichen Rechten zu tun

Probleme sind nicht genügend bedacht worden

London, (ZENIT.org) | 964 klicks

Der Vizepräsident der Bischofskonferenz von England und Wales gab eine Erklärung ab, wonach das neue Ehegesetz, das in diesen Tagen im britischen Parlament gewählt wird, nichts mit Gleichheit der Rechte zu tun habe. Viele Probleme, die mit der Inkraftsetzung dieses Gesetzes einhergingen, seien nur unzureichend überdacht worden.

Peter Smith, Erzbischof von Southwark, nahm mit diesen Worten Stellung zur Abstimmung des Unterhauses, das sich am vergangenen Dienstag mit 400 zu 175 Stimmen für die Einführung gleichgeschlechtlicher „Ehen“ entschied. Das Gesetz muss allerdings noch im Oberhaus gewählt werden.

„Die katholische Kirche wird auch weiterhin die Ehe verteidigen, wie sie von der Gesellschaft seit Jahrhunderten verstanden wird: Eine einzigartige und lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, die dem Wohl beider Partner dient und offen ist für die Zeugung und Erziehung von Kindern“, erklärte Erzbischof Smith.

Außerdem betonte der Prälat, das Gesetz, das von seinen Befürwortern als ein wichtiger Schritt zur Gleichheit der Rechte aller Menschen dargestellt werde, habe in Wirklichkeit „nichts mit Gleichheit der Rechte zu tun; es versucht stattdessen, den Begriff der Ehe neu zu definieren“, was „weitreichende Folgen“ für die gesamte Gesellschaft haben werde.

„Im Verlauf der Debatte, die über dieses Gesetz im Unterhaus stattgefunden hat, ist deutlich geworden, dass die Regierung einige wichtige Probleme, die mit diesem Gesetz einhergehen und die von einigen Mitgliedern des Parlaments auch angesprochen wurden, schlicht übersehen hat“, warnte der Erzbischof von Southwark. „Es ist nun von größter Wichtigkeit, dass die vielen Bedenken, die nicht nur seitens der Kirche über dieses Gesetz geäußert worden sind, im Verlauf der nächsten Schritte zur Anerkennung dieses Gesetzes im Parlament Beachtung finden.“

Die Wochenzeitung „The Catholic Herald“ zitierte auch ein Statement des Bischofs von Portsmouth, Philip Egan, der von den weitreichenden Folgen dieses Gesetzes sprach.

„Die Kirche ist bereits gezwungen worden, ihre Dienste im Bereich der Adoptionen aufzugeben, und auch Katholiken, die als Ärzte oder Krankenpfleger arbeiten oder in der sozialen Dienstleistung tätig sind, werden einem hohen moralischen Druck ausgesetzt“, erklärte Bischof Egan. „Dieser Druck wird mit Sicherheit demnächst auch in unseren katholischen Schulen spürbar werden, und nicht nur die Lehrer werden davon betroffen sein, sondern das gesamte Personal und auch die Eltern der Schüler.“

Katholische Adoptionsvermittlungsagenturen in Großbritannien haben seit 2008 begonnen, ihre Dienste einzustellen, seit das Gesetz sie zwingt, Kinder auch gleichgeschlechtlichen Paaren anzuvertrauen.