Britische Regierungsdelegation zu Besuch im Vatikan

Zum Gedenken der diplomatischen Beziehungen und des Papstbesuchs im Vereinigten Königreich

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ROM, 15. Februar 2012 (Zenit.org).- Vertreter der britischen Regierung haben am Dienstag einen amtlichen Besuch beim Heiligen Stuhl begonnen, um den 30. Jahrestag der Aufnahme vollwertiger diplomatischer Beziehungen zu feiern. Zugleich soll diese Reise den Besuch von Benedikt XVI. 2010 in Großbritannien erwidern.

Die Delegation, an der auch der Erzbischof von Westminster Vincent Nichols teilnimmt, wird von Baronin Sayeeda Hussain Warsi geleitet, die den Premierminister vertritt.

Gestern Nachmittag hielt Baronin Warsi für das Personal und die Studenten der Päpstlichen Diplomatenakademie, aus der die Mitglieder des diplomatischen Dienstes des Heiligen Stuhls hervorgehen, und für das am Heiligen Stuhl tätige Diplomatenorps eine Ansprache über den Stellenwert der Religion im heutigen politischen Leben.

„Der Premierminister David Cameron und ich vertreten schon lange die Ansicht, die britische Regierung müsse sich um ein tieferes Verständnis des Glaubens bemühen, und es ist eine große Ehre, unsere Botschaft in dieser Woche dem Heiligen Stuhl überbringen zu können“, schrieb die Baronin in einem Artikel, der in der Ausgabe des 13.-14. Februar des Osservatore Romano, der Zeitung des Vatikans, veröffentlicht wurde.

Die katholische Kirche, erklärte sie, spiele „eine wichtige Rolle in den internationalen Beziehungen, dank ihres Netzwerks an Bischöfen, Priestern, Diplomaten und Ordensleuten“ und sei „eine einflussreiche Stimme in den großen ethischen, moralischen und intellektuellen Debatten unserer Zeit“.

Sie beschrieb den Papstbesuch von 2010 in Großbritannien als ein „geschichtsträchtiges, bedeutungsvolles und unvergessliches“ Ereignis und als „Meilenstein der britischen Geschichte“.

„Die Menschen brauchen eine stärkere religiöse Identität, mehr Selbstsicherheit in ihrem Glauben“, erklärte die Baronin weiter, womit sie zum Hauptthema ihrer Ansprache zurückkam.

Über die Beziehungen zwischen verschiedenen Religionen sagte sie: „Dass sie nicht zusammen beten, bedeutet nicht, dass sie nicht zusammen arbeiten können“.

Es sei ein Fehler, dass man Religionen „zum Schweigen bringen“ müsse, um eine gemeinsame Basis für konstruktiven Dialog zu finden.

Mit einem Blick auf die Zukunft sagte die Baronin weiter: „Politiker müssen dem Glauben einen Platz im öffentlichen Leben einräumen“, denn Religion könne in der Gesellschaft eine nützliche Rolle spielen.

Die Delegation wurde am Mittwoch vom Heiligen Vater in einer Audienz empfangen.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]