Brot des Lebens für das Volk Gottes

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 726 klicks

In der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, es komme in der Kirche zu Skandalen, weil es keine lebendige Beziehung mit Gott und seinem Wort gebe. Auf der Basis der heutigen Lesung und dem Psalm konstatierte er, das Volk Gottes habe den Herrn damals verlassen. Es habe keinen wahren Glauben an Gott gegeben, an seine reale Präsenz im Leben jedes Einzelnen.

„Dieser Teil der Schrift lässt uns an unsere Beziehung zu Gott denken, mit dem Wort Gottes: Handelt es sich um eine formale Beziehung? Ist es eine entfernte Beziehung? Gelangt das Wort Gottes in unser Herz, verändert es unser Herz, hat es diese Macht oder nicht, ist es eine formale Beziehung, alles in Ordnung? Aber das Herz ist diesem Wort gegenüber verschlossen! Das bringt uns dazu, an viele Niederlagen der Kirche zu denken, an viele Niederlagen des Volkes Gottes, einfach weil es nicht auf den Herrn hört, ihn nicht sucht, sich nicht von ihm suchen lässt! Und hinterher geschieht die große Tragödie, das Gebet ist dann dieses: ‚Aber Herr, was ist passiert? Du hast uns das Ansehen unserer Nachbarn verlieren lassen. Zum Gespött und zu Hohn werden lassen. Du hast uns zu einem Witz für die Menschen werden lassen! Über uns schütteln die Völker den Kopf!‘“

Anschließend ging Papst Franziskus auf die Skandale der Kirche ein:

„Aber schämen wir uns? Viele Skandale, die ich nicht einzeln aufzählen möchte, wir wissen alle davon… Wir wissen, wo sie stattfinden! Skandale, die zum Teil viel Geld gekostet haben: alles in Ordnung! Das muss man so machen…Die Schande der Kirche! Haben wir uns für diese Skandale geschämt, die Niederlagen der Priester und Bischöfe? Das Wort Gottes war in diesen Skandalen selten; in diesen Männern und Frauen kam das Wort Gottes selten vor! Sie hatten keine Verbindung zu Gott! Sie hatten eine Position in der Kirche, eine Position der Macht, auch der Bequemlichkeit. Aber das Wort Gottes, Nein! ‚Aber ich trage eine Medaille‘; ‚Ich trage ein Kreuz‘… Ohne eine Verbindung zu Gott und zum Wort Gottes! Mir kommt in den Sinn, was Jesus zu denen sagt, die für die Skandale verantwortlich sind… Und hier ist es zum Skandal gekommen: alles eine Dekadenz des Volkes Gottes, bis hin zur Schwäche, der Korruption der Priester.“

Abschließend sagte Papst Franziskus:

„Arme Menschen! Arme Menschen! Wir geben nicht das Brot des Lebens zu essen; wir geben nicht – in diesen Fällen – die Wahrheit zu essen! Wir geben sogar vergiftetes Essen, sehr oft! ‚Werde wach, denn du schläfst, Herr!‘ Das soll unser Gebet sein! ‚Wach auf! Weise uns nicht für immer zurück! Warum versteckst du dein Antlitz? Warum vergisst du unsere Misere und Unterdrückung?‘ Bitten wir den Herrn darum, dass wir nie das Wort Gottes vergessen mögen, das lebendig ist, das in unser Herz eindringt, und dass wir niemals das treue Volk Gottes vergessen mögen, das von uns eine reichhaltige Nahrung verlangt!“