Brücken des Friedens und der Einheit bauen

Pressemeldung der Fokolare zur Syrien-Krise

Rom, (ZENIT.org) | 1263 klicks

Ein intensiver Austausch über den Syrien-Konflikt hat sich in dieser Woche im ‚Forum Politik und Geschwisterlichkeit‘ ergeben, der Plattform für Politik-Engagierte der Fokolar-Bewegung. Dabei wurde deutlich, wie komplex die Situation ist und dass eindeutige Positionen, Solidarisierung mit bestimmten politischen Lagern schwierig sind. „Wir erleben im Kontakt mit Lokal- und Regionalpolitikern, dass alle den Einsatz von chemischen Waffen aufs Schärfste verurteilen und die Eskalation der Gewalt fürchten. Natürlich ist allen an einer friedlichen, diplomatischen Lösung gelegen, aber was tun, wenn diese Bemühungen nicht fruchten?“ fragt Ursula Dörpinghaus vom Politik-Forum aus Solingen. In vielen sei auch der Eindruck von Ohnmacht und Ratslosigkeit vorherrschend. Der Aufruf von Papst Franziskus zum weltweiten Fasten und Beten am kommenden Samstag, den 7. September wurde daher überall mit großer Zustimmung aufgenommen.

Fokolar-Präsidentin Maria Voce, die genau in diesen Tagen die Fokolar-Gemeinschaften in Jordanien besucht und dort auch mit Mitgliedern und Freunden der Fokolare aus Syrien und den umliegenden Nahost-Staaten zusammentraf, unterstrich die Dankbarkeit dem katholischen Oberhaupt gegenüber, nicht nur die Christen, sondern auch die Gläubigen anderer Religionen und alle Menschen guten Willens zu diesem Zeichen der Solidarität eingeladen zu haben. „Die Teilnahme am Fasten und Beten ist für uns alle ein konkretes Zeichen dafür, dass wir uns Gott zur Verfügung stellen, damit er uns als Werkzeuge des Friedens gebrauchen kann überall da, wo wir leben und arbeiten.“

Auch die Familien und Jugendlichen der Fokolar-Gemeinschaft aus Syrien hatten eine Delegation nach Jordanien zur Begegnung mit der Fokolar-Präsidentin gesandt und schrieben aus Aleppo: „Trotz allem, was hier geschieht, bauen wir Brücken des Friedens und der Einheit um uns herum. Wir säen Hoffnung unter den Leidenden und richten die Trauernden und Mutlosen auf mit der Zuversicht und dem Vertrauen in die Nähe Gottes. Wir setzen da, wo wir sind, kleine Zeichen der gegenseitigen Liebe und der konkreten Hilfe untereinander.“ Im Rahmen ihres Besuches war Maria Voce auch zu Gast bei König Abdullah II. von Jordanien. Er erkundigte sich ausführlich nach den Aktivitäten der Fokolar-Bewegung in der Region, die dort auch muslimische Mitglieder hat und vor allem im interreligiösen Dialog engagiert ist. Er zeigte sich besorgt über die Situation der Christen. „Sagt mir, wo ich euch unterstützen kann. Ich bin euer Bruder und stehe euch zur Verfügung“, bekräftigte er seine Hilfsbereitschaft. Allein in Jordanien haben bereits jetzt mehr als 500.000 Flüchtlinge aus Syrien Zuflucht gesucht.

In Deutschland schließen sich die Fokolar-Angehörigen am kommenden Samstag meist lokal den Gebets-Initiativen der Kirchen an. In Solingen regten sie einen ökumenischen Gebetsabend in der Stadtkirche St. Clemens an. In Schöllkrippen (bei Aschaffenburg) beteiligen sie sich mit einer Gruppe am Friedenslauf, den das dortige Friedensdorf bereits organisiert hatte. „Es braucht unter den Politikern den ‚Dialog der Gerechten‘, die sich nicht von persönlichen oder nationalen Interessen leiten lassen“, sagt Reiner Pistner, Bürgermeister von Schöllkrippen. „Und vielleicht können solche Initiativen unterstreichen, wie sehr wir ein friedliches Miteinander brauchen. Ich bin sicher: Der Himmel ist auf unserer Seite, wenn wir den Mut haben, Farbe zu bekennen und füreinander einzustehen.“

Die Fokolar-Bewegung gehört zu den neuen geistlichen Aufbrüchen, die in den letzten 70 Jahren in den christlichen Kirchen entstanden sind. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1943 in Trient zurück. Mittlerweile ist sie in mehr als 180 Ländern der Welt vertreten. Ihr Ziel ist, den Geist der Einheit und Geschwisterlichkeit verstärkt in Kirche und Gesellschaft und in alle Bereiche des menschlichen Lebens hineinzutragen. Neben dem Engagement in der Ökumene setzt sich die Fokolar-Bewegung unter anderem besonders für einen Dialog unter den Religionen ein. Menschen ohne einen religiösen Bezug finden Zugang durch den gemeinsamen Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit. Weltweit zählt die Fokolar-Bewegung heute rund 140.000 Mitglieder, schätzungsweise 5 Millionen Menschen stehen mit ihr in Verbindung.

Spenden für Hilfsaktionen der Fokolar-Bewegung in und für Syrien sind auf folgendes Konto möglich: Aktion für eine geeinte Welt e.V. KtoNr. 0229615677 BLZ 545 100 67 Postbank Ludwigshafen Verwendungszweck: Syrien Für diejenigen, die eine Spendenbescheinigung möchten, bitte eine Mail mit vollständiger Adresse an: mail@aktion-geeinte-welt.de