Brüderlichkeit als Fundament und Weg des Friedens

Friedensbotschaft des Papstes

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 319 klicks

Am Donnerstag wurde im Vatikan die umfangreiche Friedensbotschaft von Papst Franziskus vorgestellt. Die Botschaft des Papstes gibt einen Ausblick auf den 1. Januar 2014, an dem die katholische Kirche den Welttag des Friedens begeht.

Papst Franziskus sagte, man solle seine Mitmenschen nicht als Feinde oder Konkurrenten sehen, sondern als Geschwister. Geschwisterlichkeit sei eine wesentliche Dimension des Menschen, jedoch scheine in vielen Teilen der Welt die schwere Verletzung elementarer Menschenrechte ununterbrochen weiterzugehen. Ein Beispiel dafür sei der florierende Menschenhandel. Zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Waffen seien unsichtbare, aber nicht weniger grausame Kriege hinzu gekommen, die besonders im wirtschaftlichen und finanziellen Bereichen mit Mitteln ausgefochten würden, die Menschenleben und Familien zerstörten. So forderte der Pontifex ein Wiederentdecken der Brüderlichkeit auch in Bereichen der Wirtschaft. Sein Appell geht besonders an die Politik, die Maßnahmen ergreifen müsse, um beispielsweise ungleiche Einkommen zu vermindern.

Die Wurzel der Brüderlichkeit liege in der Vaterschaft Gottes. Dabei handle es sich nicht um eine allgemeine, vage und historisch unwirksame Vaterschaft, sondern um die persönliche, gezielte und konkrete Liebe Gottes zu den Menschen, die auf wirksame Weise Brüderlichkeit hervorbringe. Alle würden von Gott geliebt, so Papst Franziskus; alle seien durch das Blut Christi erlöst, der für einen jeden am Kreuz gestorben und auferstanden sei. Dies sei der Grund, warum man gegenüber dem Geschick der Brüder und Schwestern nicht gleichgültig bleiben dürfe.

In der derzeitigen weltweiten Krise sieht Papst Franziskus trotz ihrer schwerwiegenden Auswirkungen auf das Leben der Menschen eine Gelegenheit, Tugenden der Klugheit, der Mäßigung, der Gerechtigkeit und der Tapferkeit wiederzugewinnen.

In Bezug auf seine Vorgänger sprach sich Papst Franziskus in seiner Friedensbotschaft dezidiert gegen den Waffenhandel und den Gebrauch von Waffen aus. Er richtete einen Appell an „alle, die mit Waffen Tod und Gewalt säen“, in dem, den sie heute nur als einen zu schlagenden Feind betrachteten, einen Bruder zu sehen. Solange Waffen jedoch in dieser großen Menge in Umlauf seien wie derzeit, würden immer neue Vorwände gefunden werden, um „Feindseligkeiten anzuzetteln“. Er sprach sich für die Nichtverbreitung der Waffen und die Abrüstung atomarer und chemischer Waffen aus.

Abschließend sagte Papst Franziskus: „Christus umarmt den ganzen Menschen und möchte, dass niemand verloren geht... Er tut das ohne Druck und ohne den Zwang, ihm die Türen des Herzens und des Geistes zu öffnen.“