Brüderlichkeit, Freundschaft und Solidarität

Begegnung mit den Jugendlichen während der Sardinienreise am 22. September

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 397 klicks

Während des Nachmittagsprogramms traf Papst Franziskus Jugendliche auf dem Largo Carlo Felice in Cagliari. Er fühlte sich beim Anblick der jungen Menschen sogleich an den Weltjugendtag in Brasilien erinnert.

In seiner Ansprache erzählte Papst Franziskus zunächst die Begegnung von Jesu mit den Fischern am See Genezareth, die nach einer erfolglosen Ausfahrt mit leeren Netzen zurückgekehrt waren. Jesus habe Simon auf die Probe gestellt, als er ihn aufgefordert habe, noch einmal auf den See hinauszufahren, um die Netze zu füllen. Simon, ein erfahrener Fischer, habe daraufhin dem Herrn geantwortet, dass der Fischzug in der Nacht nichts eingebracht habe und bei Tag aussichtslos sei.

Papst Franziskus erklärte dem Jugendlichen, dass es sich um die Erfahrung des Scheiterns handle. Auch den Jugendlichen sei diese Erfahrung bekannt. Als Scheitern sei auch das Fernbleiben der Jugendlichen von der Kirche, vom Gottesdienst zu verstehen. Papst Franziskus forderte die Jugendlichen auf, an die Gelegenheiten zu denken, bei denen sie gescheitert seien, eine allen gemeinsame Erfahrung.

Er fuhr fort, dass die Erfahrung zu scheitern auch die Priester und Katecheten erlebten. Trotz aller Anstrengungen und Mühen blieben die Jugendlichen und anderen Gläubigen der Kirche fern. Es sei eine entmutigende Erfahrung.

Deshalb stellten sich alle die Frage: „Was können wir tun? … sicherlich, sich nicht dem Pessimismus und der Enttäuschung hingeben.“ Gerade die Hoffnung kennzeichne nämlich die Jugend: „Ein Jugendlicher ohne Hoffnung ist nicht jung, sondern vorschnell gealtert!“ Freude und Hoffnung seien typische Kennzeichen der Jugend. Papst Franziskus sprach in diesem Zusammenhang das Problem der Drogensucht an. Jugendliche ohne Freude, Hoffnung und Vertrauen verkauften ihre Jugend an die „Verkäufer des Todes.“ Der Papst ermahnte die Jugendlichen, sich keinesfalls auf den Weg des Todes zu begeben.

Zum Evangelium zurückkehrend, erzählte der Papst weiter von der Begegnung am See Genezareth. Petrus habe auf die Aufforderung Jesu geantwortet, seinen Worten zu vertrauen und einen weiteren Versuch vornehmen zu wollen. Das Ergebnis habe alle Erwartungen übertroffen; die Netze seien von Fischen prall gefüllt gewesen.

Die sei, so Papst Franziskus, der zweite Punkt: Jesus vertrauen. „Jesus ist keine Illusion! … Er kommt ans Meeresufer eures Lebens, er nähert sich eurem Scheitern, euer Zerbrechlichkeit, euren Sünden, um sie zu verwandeln.“ Die Jugendlichen dürften nie aufgeben, vor Schwierigkeiten keine Angst empfinden, sondern sollten dem Herrn folgen, was anstrengend sei und Mut erfordere.

Klagen und Aufgabe führten auf den falschen Weg. Man dürfe niemals aufgeben wegen persönlicher Probleme oder sozialer Schwierigkeiten, sondern solle in das Boot Jesu steigen. Jesus schenke Hoffnung und Sicherheit. Die Jugendlichen sollten „kleine Schritte (vollziehen), aus sich heraus in Richtung Gott und der anderen gehen, das Herz der Brüderlichkeit, Freundschaft und Solidarität öffnen.“

Papst Franziskus schloss seine Ansprache mit einem dritten Aspekt: Er forderte die Jugendlichen auf, „Menschenfischer“ zu werden. Der Papst erzählte, dass er am Vortag das 60-jährige Jubiläum seiner Berufung begangen habe. Er sei ein 17-jähriger junger Mann gewesen, als er die Stimme des Herrn gehört habe. Seitdem sei sein Weg voller Freuden, aber auch Misserfolge gewesen, aber er habe seine Entscheidung nie bereut. Auch in den schwierigsten Momenten habe er sich immer dem Herrn anvertraut, und der Herr habe ihn nie allein gelassen. „Vertraut Jesus: Er geht immer weiter, Er geht mit uns! … Er enttäuscht uns nie. Er ist treu.“

Abschließend erwähnte Papst Franziskus die aus Sardinien stammenden Seligen und Diener Gottes: Antonia Mesina, Gabriella Sagheddu, Giuseppina Nicoli, Edvige Carboni, Simonetta Tronci und Don Antonio Loi. Die Jugendlichen sollten ihrem Beispiel folgen, sich ihrer als Vermittler anvertrauen und nie die Hoffnung verlieren.

Vor der Segnung verurteilte Papst Franziskus das Attentat in Pakistan: „Nur der Weg des Friedens (ist es), der eine bessere Welt errichtet!“ Er forderte die Jugendlichen deshalb auf, sich für den Frieden einzusetzen und für die Menschen in Pakistan zu beten.