"Brüderlichkeit, Grundlage und Weg für den Frieden"

Motto des 47. Weltfriedenstags von Papst Franziskus bekanntgegeben

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 856 klicks

„Fraternità, fondamento e via per la pace“ - „Brüderlichkeit, Grundlage und Weg für den Frieden“ wird das Motto des 47. Weltfriedenstags lauten. Am 1. Januar 2014 wird Papst Franziskus zum ersten Mal den Weltfriedenstag als Bischof von Rom begehen.

Der Weltfriedenstag geht auf Paul VI. zurück, der am 1. Januar 1968 den Festtag einführte. Hintergrund waren die damals weltweiten Konflikte, die Paul VI. zu mehrfachen Friedensbotschaften veranlasst hatten. „Friede bedeutet nicht Pazifismus; dahinter verbirgt sich nicht eine feige und träge Lebenseinstellung, sondern sie kündet von den höchsten und universellen Werten des Lebens: der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Liebe“, so Paulus VI. in seiner ersten Weltfriedensbotschaft am 1. Januar 1968.

In seiner heute wie damals gleichermaßen aktuellen Ansprache erklärte Paul VI., man müsse sich der Gefahr des Egoismus in den zwischenstaatlichen Beziehungen, der Gefahr der Gewaltanwendung zur Verteidigung des Lebensrechts und der menschlichen Würde, der Gefahr der Vernichtungswaffen und der Gefahr internationaler Konflikte entgegenwirken. Dazu sei die Kirche als universelle Hüterin aufgerufen, weil sie den Frieden bedroht sehe, weil in den letzten Jahren der Friede sich als einzig wahrer Weg für den menschlichen Fortschritt erwiesen habe, weil der Friede dem Geist der christlichen Religion entspreche, weil „wir uns nicht vor Gott und der Geschichte dafür verantworten möchten, dass wir angesichts der Gefahr eines neuen Konfliktes zwischen den Völkern geschwiegen haben, der, wie jeder weiß, unvorhersehbare Formen eines apokalyptischen Schreckens annehmen könnte.“

Papst Franziskus wählte für den 47. Weltfriedenstag das Motto „Fraternità, fondamento e via per la pace“ — „Brüderlichkeit, Grundlage und Weg für den Frieden“, da er seit seinem Amtsantritt als Bischof von Rom immer wieder unterstrichen habe, wie wichtig es sei, die „Abfallkultur“ zu überwinden und die „Kultur der Begegnung“ zu fördern. Dies sei der Weg zu einer gerechten und friedvollen Welt, heißt es weiter in einer entsprechenden Pressemitteilung des Vatikans.

Die Gabe der Brüderlichkeit sei jedem Menschen von Gott geschenkt und angesichts der Probleme und Schrecken in der Welt der einzige Weg zu einem friedvollen Miteinander. Die Wohlstandskultur verliere häufig den Sinn für Verantwortung und ein brüderliches Miteinander. Arme und Bedürftige würden als Hindernis wahrgenommen und nicht als Brüder, mit denen man seine Güter teile. Nur durch Brüderlichkeit könne man die Gleichgültigkeit besiegen. „Die Globalisierung der Gleichgültigkeit muss ihren Platz der Globalisierung der Brüderlichkeit überlassen.“ Alle Lebensbereiche, Wirtschaft und Finanzen, die zivile Gesellschaft, Politik, Forschung und Entwicklung sowie öffentliche und kulturelle Institutionen müssten im Zeichen der Brüderlichkeit stehen, um der Welt ein menschlicheres Gesicht zu geben.