Bruno von Rommersdorf (gest. 1236)

Abt und Prämonstratenser

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 231 klicks

Bruno von Rommersdorf stammte aus dem Geschlecht Braunsberg und wurde 1214 Abt des Klosters Rommerdsdorf. Das Kloster in Neuwied in der Nähe von Koblenz unterstand den Prämonstratensern, die seit 1135 in Rommersdorf siedelten. Unter der Leitung Brunos erlebte das Kloster eine bedeutende Blütezeit, da der Abt den bestehenden Bau u.a. um eine Bibliothek und ein Krankenhaus erweiterte. Gemeinsam mit Erzbischof Siegfried von Mainz und anderen Äbten erhielt Abt Bruno den Auftrag, für Papst Gregor IX. (1167-1241) einen Bericht über die Wunder der heiligen Elisabeth von Thüringen aufzusetzen.

Als sich die Prämonstratenser 1135 auf Veranlassung des Erzbischofs Albero von Montreuil (1131-1152) in Rommersdorf ansiedelten, wurden Fachleute im Klosterbau und der Land- und Viehwirtschaft dorthin gesandt, um den fachgerechten Aufbau des Klosters zu gewährleisten. Der Orden war damals noch sehr jung; erst 1120 war er von Norbert von Xanten gegründet worden; 1126 hatte der Orden die päpstliche Anerkennung erhalten. Ab 1162 besaß das Kloster Rommersdorf das Privileg der freien Abtswahl. Waren die ersten Äbte noch mit dem Aufbau des Klosters beschäftigt, gelangte die Anlage im 13. Jahrhundert vor allem dank der Äbte Reiner und Bruno von Braunsberg zu großer Blüte. Unter Abt Reiner wurde der Klosterbau 1210 geweiht. Seit 1213 waren die Äbte von Rommersberg immer wieder als Kreuzzugsprediger in Trier tätig. 1220 wurde Bruno von Honorius III. mit dieser Aufgabe betraut. Dem Aufschwung und Wohlstand des Klosters kam unter Abt Bruno auch die Hinterlassenschaft Heinrichs von Isenburg zugute, der im Kreuzzug verstorben war. Mithilfe der nun zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel konnte Abt Bruno einen weiteren Schlafsaal errichten sowie zwei Flügel des Kreuzgangs und ein Krankenhaus. Auch nach dem Tod von Abt Bruno am 10. Dezember 1236 wuchs das Kloster weiter.

Ende des 14. Jahrhunderts verfügte die Abtei über viele bedeutende Güter, und auch drei Frauenklöster unterstanden dem Kloster. Der Niedergang des Klosters setzte ab der Mitte des 16. Jahrhunderts ein. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgehoben. Von der ursprünglichen Ausstattung des Klosters ist heute nichts mehr in Rommersdorf erhalten. Nach mehreren Verkäufen gelangte die Anlage schließlich 1976 in den Besitz der Abtei Rommersdorf-Stiftung, die sich seit 1977 um den Erhalt der historischen Gebäudeteile, des Parks und der historischen Gärten kümmert und die Anlage für kulturelle Veranstaltungen nutzt.