Bürgerkriegsgefahr in Honduras

Entmachteter Präsident kehrt vorerst nicht zurück

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MÜNCHEN, 2. Juli 2009 (ZENIT.org/KIN).- In Honduras droht im Fall einer Rückkehr des entmachteten Präsidenten Manuel Zelaya ein Bürgerkrieg. Das hat das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not" aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. Danach heißt es, zurzeit gebe es zwar nur einige wenige gewalttätige Ausschreitungen von Seiten der Anhänger Präsident Zelayas. Diese Unruhen würden aber von der neosozialistischen Regierung Venezuelas unter Hugo Chavez organisiert und unterstützt. Niemand könne sagen, wie sich die Lage nach der geplanten Rückkehr des abgesetzten Präsidenten entwickle. "Kirche in Not" ruft daher alle Gläubigen zum Gebet für das lateinamerikanische Land auf und bittet darum, nicht die Augen vor dem Geschehen in Honduras zu verschließen.

Zu den Ereignissen vom vergangenen Sonntag heißt es aus Honduras, man könne nicht von einem Militärputsch sprechen, da das Militär Präsident Zelaya nur auf Anordnung des Parlaments und des Obersten Gerichtshofs des Landes seines Amtes enthoben und ins Nachbarland Costa Rica gebracht habe. Zelaya selbst habe hingegen undemokratisch gehandelt, da er mit seinen Plänen für eine illegale Volksbefragung einen Putsch gegen die Verfassung geplant habe, so die Informanten von „Kirche in Not".

Bei der für letzten Sonntag geplanten Volksbefragung war es Zelaya um eine Verfassungsänderung zur Verlängerung seiner Amtszeit gegangen. Das Mandat des Präsidenten läuft in wenigen Monaten aus, eine direkte Wiederwahl sieht die Verfassung nicht vor. Trotz eines Verbots des Obersten Gerichtshofs hielt Zelaya dennoch an der Volksbefragung fest, die diese Wiederwahl in die Verfassung aufnehmen sollte.

Nur das schnelle Handeln des Parlaments und des obersten Gerichts habe verhindert, dass in Honduras ein System nach dem Vorbild Venezuelas eingeführt worden sei, ist aus dem Land zu vernehmen. Bereits am Montag wäre es für ein solches Eingreifen bereits zu spät gewesen. Es wird aber gleichzeitig kritisiert, dass der entmachtete Präsident anschließend vom Militär außer Landes gebracht wurde. Zelaya hätte besser in Honduras vor ein Gericht gestellt werden sollen, um internationale Missverständnisse zu vermeiden, so die Einschätzungen der Quellen von „Kirche in Not".

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte sich nach Zelayas Ausweisung hinter den abgesetzten Präsidenten gestellt und Honduras ein 72-Stunden-Ultimatum für seine Rückkehr gesetzt. Dieses Ultimatum läuft am Samstag aus. Ursprünglich wollte Zelaya heute gemeinsam mit der argentinischen Präsidentin Kirchner und Ecuadors Präsident Correa nach Honduras zurückkehren. Dieses Vorhaben ist inzwischen auf noch unbestimmte Zeit verschoben worden.