Burundi: Schönstatt-Bewegung errichtet ein Friedenszentrum

"Damit sich der Friede niederlassen kann"

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BUJUMBURA, 31. Mai 2005 (ZENIT.org).- Wer Burundi hört, denkt an Bürgerkrieg, Flüchtlinge, Anschläge, Schießereien und schreiende Armut. Papst Benedikt XVI. hat vergangenen Samstag zu Vergebung und Versöhnung in diesem zentralafrikanischen Land aufgerufen, in dem die Schönstatt-Bewegung ein Friedenszentrum errichtet.



Beim Empfang der ruandischen Bischöfe im Vatikan erinnerte der Heilige Vater unter anderem an die Ermordung des Apostolischen Nuntius vor zwei Jahren. Kurz vor seiner Ermordung war Erzbischof McCartney bei einem der großen Friedensgottesdienste in Mont Sion Gikungu in der burundischen Hauptstadt Bujumbura gewesen, um dort zum Frieden zu ermutigen. Genau dort, beim Schönstatt-Heiligtum und der großen Pilgerkirche, soll ein neues Friedenszentrum entstehen, eine Begegnungsstätte zur kulturellen und religiösen Erziehung für jung und alt, insbesondere aber für Kinder, Jugendliche, Mütter und Familien.

Bereits im Februar 2005 wurde mit dem Bau begonnen, im kommenden Jahr soll das Haus fertig sein. Seit 1962 arbeiten die Schönstätter Marienschwestern in Burundi. Neben der Krankenpflege (Ambulanz, Entbindungsstation) liegt ihnen vor allem die Erziehung der Kinder, Jugendlichen, Mütter und Familien am Herzen. In Mutumba, 25 km südlich von Bujumbura, besitzen sie eine Missionsstation.

Die zweite Missionsstation der Schwestern in Karinzi musste 1997 geschlossen werden, nachdem Schwester Claudine, Hebamme und Leiterin der Entbindungsstation, im Krieg von einer Mine getötet worden war. Im Jahr 1996 erwarben die Schwestern ein Haus in Bujumbura-Gikungu, in der Nähe des Schönstatt-Heiligtums und der großen Pilgerkirche, die die Schönstatt-Patres im Jahr 2002 eingeweiht hatten. Von dort aus arbeiten sie mit etwa 900 Kinder-, Jugend- und Müttergruppen im ganzen Land. Insgesamt handelt es sich um 18.590 Frauen, Mädchen und Kindern.

Seit 1993 herrscht in Burundi eine bürgerkriegsartige Situation. Vor allem in der Hauptstadt Bujumbura kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Volksstämmen. Zusammen mit den Schönstatt-Patres sehen die Schwestern es deshalb als große Herausforderung an, gerade in dieser Stadt ein "Friedenszentrum" zu errichten, wo Menschen aller Bevölkerungsgruppen – Arme und Reiche, Bauern und Staatsbeamte – einander begegnen. Ziel ist es, dass sie sich schätzen und achten lernen.

Pilgerkirche, Heiligtum und zukünftiges Friedenszentrum liegen genau im Schnittpunkt der Stadt- und Landbevölkerung der Stadt Bujumbura. Das geplante Friedenszentrum soll der Schulung von Multiplikatoren dienen, die in ihren Dörfern aktiv für den Frieden arbeiten. Auch Kurse für Frauen und Mütter (Nähen, Pädagogik, Jugend- und Kindererziehung, Alphabetisierung) sollen angeboten werden. Der Lebensstandard der ungeheuer armen Bevölkerung von Burundi soll durch diese Maßnahmen etwas angehoben werden.

Außerdem werden 100 Übernachtungsmöglichkeiten entstehen sowie Vortrags-, Gruppen- und Speiseräume. "Wir wären dankbar, wenn wir Freunde finden könnten, die einen Stuhl, ein Stockbett, ein Doppelbett oder einen Tisch für Burundi stiften möchten", sagt Schwester Lisette. "Ein Stuhl, das wären 10 Euro", fügt sie hinzu.

Einen Tisch bekomme man in Burundi um 40 Euro, ein Stockbett um 100 Euro. "Vielleicht macht es jemandem Freude, dem Frieden einen Stuhl anzubieten, damit er sich in Burundi niederlassen kann."