Bußgottesdienst im Petersdom: Benedikt XVI. zur Begegnung mit der Barmherzigkeit Gottes

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ROM, 30. März 2007 (ZENIT.org).- Am Donnerstagabend feierte Papst Benedikt XVI. in der Petersbasilika einen Bußgottesdienst. Dieser fand im Rahmen der Vorbereitung zum 22. Weltjugendtag statt, der am Palmsonntag in allen Diözesen der Welt gefeiert wird.



Der Papst konzentrierte sich in seiner Predigt auf die notwendige Versöhnung mit Gott und der Kirche. Die „Illusion einer unmöglichen Selbstgenügsamkeit“ müsse der Bereitschaft weichen, aus dem Bußgottesdienst mit einem von der Erfahrung der Liebe Gottes erfüllten Herzen hinauszugehen. „Seid bereit, die Liebe in euren Familien, in den Beziehungen mit euren Freunden und auch mit denen zu ‚wagen‘, die euch beleidigt haben.“

Benedikt XVI. betonte, dass es sich bei dem Bußgottesdienst um eine Begegnung beim Kreuz handle, „eine Feier der Barmherzigkeit Gottes im Sakrament der Beichte“, die jeder persönlich erfahren könne.

„Im Herzen jedes Menschen, der um Liebe bettelt, findet sich der Durst nach Liebe.“ Kein Christ könne ohne Liebe leben. Wenn er der wahren Liebe nicht begegne, so der Papst, könne er sich nicht einmal im vollen Sinn „Christ“ nennen.

„Die Liebe Gottes zu uns, die mit der Schöpfung begonnen hat, ist im Geheimnis des Kreuzes sichtbar geworden, in dieser „kenosis“ Gottes, in jener Entleerung und in jenem erniedrigenden Sich-herab-Beugen des Sohnes Gottes“. Das Kreuz offenbare die Fülle der Liebe Gottes zu uns.

Diese Liebe Gottes könne mit dem Begriff der „Agape“ beschrieben werden – einer Liebe, die ausschließlich das Wohl des anderen sucht –, gleichzeitig aber auch mit dem Begriff des „Eros“: „Während sie eine Liebe ist, die dem Menschen all das anbietet, was Gott ist, ist sie auch eine Liebe, in der das ‚Herz Gottes ‘ auf das Ja seiner Geschöpfe wartet.“

Die Taufe habe den Menschen dank der Gnade Gottes schon in ein neues Leben eingeführt. Da dieses neue Leben aber die Schwäche der menschlichen Natur nicht ausgelöscht hat und die Neigung zur Sünde weiter besteht, sei dem Menschen die Möglichkeit gegeben worden, zur Beichte zu gehen.

„So werdet ihr die Vergebung der Sünden erfahren, die Versöhnung mit der Kirche, die Widererlangung des Gnadenstandes, den Nachlass der durch die Todsünden verdienten ewigen Sündenstrafen und der zeitlichen Sündenstrafen, die Folge der Sünde sind; den Frieden und die Ruhe des Gewissens und den geistlichen Trost; das Wachstum der geistlichen Kräfte für den christlichen Kampf.“

Der Papst rief die jungen Menschen dazu auf, auf der Universität und bei der Arbeit ein echtes christliches Zeugnis zu geben und sich in den Pfarreien, den Gruppen, den Bewegungen, den Vereinen und in allen Bereichen der Gesellschaft zu engagieren. Den Verlobten legte Benedikt XVI. ans Herz, die Zeit der Verlobung in wahrer Liebe zu leben, „die immer gegenseitigen, keuschen und verantwortlichen Respekt mit sich bringt“. Und er fuhr fort: „Wenn der Herr einige von euch zu einem Leben der besonderen Weihe beruft: Seid bereit, mit einem hochherzigen Ja und kompromisslos zu antworten.“

Am Ende der Liturgie kleidete sich der Papst mit der violetten Stola des Beichtvaters und spendete sechs Jugendlichen das Sakrament der Versöhnung. Den übrigen Jungendlichen standen 55 Priester zur Beichte zur Verfügung.