Caritas-Berater korrigiert Kritik an den kirchlichen Anstrengungen im Kampf gegen Aids

Treue und Enthaltsamkeit sind zwei erprobte Methoden zur Vorbeugung

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ROM, 22. März 2005 (ZENIT.org).- In einem Protestbrief an die Fachzeitschrift für Medizin "The Lancet" korrigiert ein Vertreter von Caritas Internationalis einen fehlerhaften Bericht über den Kampf der Kirche gegen die Immunschwäche Aids.



Pater Robert Vitillo, Fachmann für HIV/AIDS, analysiert in seinem diesen Sonntag versandten Schreiben den Leitartikel "The Pope's Grievous Errors" ("Die schmerzlichen Fehler des Papstes"), der am 12. März im britischen Ärztejournal veröffentlicht worden ist.

"Während Sie halbherzig aber vollkommen unzureichend die rasche, konsequente und umfassende Sorge und Behandlung der katholischen Kirche für jene, die mit HIV/AIDS leben müssen, anerkennen, interpretieren Sie die kirchlichen Anstrengungen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung dieses Infekts völlig falsch", schreibt der Priester.

"Sie ignorieren die Tatsache, dass die beiden von der katholischen Kirche geförderten Methoden – sexuelle Enthaltsamkeit außerhalb der Ehe und Treue innerhalb der Ehe – legitime Mittel der HIV-Vorbeugung sind, die gemäß seriösen wissenschaftlichen Forschungen bewiesenermaßen zu Eindämmung und Reduzierung des HIV-Infektionsgrades in mehreren Ländern beigetragen haben (vgl. Edward C. Green, 'Rethinking AIDS Prevention', Praeger Publications)", heißt es im Brief.

"Sie gehen davon aus, dass die katholische Kirche und UNAIDS miteinander nicht in einem aussagekräftigen Dialog stünden, während gerade das Gegenteil der Fall ist", ergänzt Pater Vitillo.

Bereits im Jahr 1999 habe UNAIDS mit Caritas Internationalis, dem in Rom ansässigen Dachverband für nationale Caritasverbände in 162 Ländern der Welt, ein "Memorandum of Understanding" geschlossen. Die Caritas unterstütze oder betreibe in 102 Nationen Projekte zur Bekämpfung von HIV/AIDS, erklärt der Priester.

"Seit dieser Zeit haben diese beiden Organisationen eng zusammen gearbeitet, um HIV/AIDS-Erziehungsprojekte vor allem für junge Menschen zu fördern, Stigmatisierung und Diskriminierung zu verringern und HIV/AIDS-Dienste dorthin zu bringen, wo sie am allermeisten gebraucht werden, nämlich in den ländlichen Regionen der Entwicklungsländer, in denen oft keine staatlich finanzierten und auch keine von multilateraler Hand oder von NGOs geförderten Gesundheitseinrichtungen vorhanden sind.

Zudem unterhält der diplomatische Vertreter des Vatikans an der UNO und den Sonder- und Spezialorganisationen in Genf ausgezeichnete und häufige Gespräche mit UNAIDS, der Weltgesundheitsorganisation und dem 'Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria'", schreibt der Priester.

"Ihre persönlichen Angriffe gegen Papst Johannes Paul II. sind vollkommen ungerechtfertigt. Er gehört zu den ersten wichtigen religiösen Führungspersönlichkeiten, die HIV/AIDS-infizierte Menschen angenommen und mit ihnen gesprochen haben. Die Soziallehre des Papstes habe außerdem sehr dazu beigetragen, die "Therapie gegen die Entstehung von Retroviren für Menschen mit HIV und AIDS in armen Ländern zugänglich zu machen. Vor kurzem hat er die 'Good Samaritan Foundation' ins Leben gerufen, um die Worte der Kirche mit greifbaren finanziellen Mitteln zu ergänzen, die dazu verwendet werden sollen, derartige Therapien den ärmsten Bevölkerungen zu ermöglichen."

Anstatt zu richten, sollte sich die Zeitschrift 'The Lancet' darauf beschränken, "das zu tun, was sie am besten tut: über die letzten Erkenntnisse und Entwicklungen auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Forschung und der stationären Behandlung zu berichten."