Caritas erfordert Zeugnis der Liebe Christi und Verteidigung der Menschenrechte

Christen sind anderen das Zeugnis der barmherzigen Liebe Gottes schuldig

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ROM, 13. November 2009 (ZENIT.org).- Helfen will gelernt sein und erfordert professionelle Schulung. Dieser Herausforderung stellen sich die Teilnehmer an der Vollversammlung des Päpstlichen Rates „Cor Unum“, in diesen Tagen in Rom.

Die Vollversammlung steht unter dem Thema: „Ausbildungswege für Menschen, die im karitativen Bereich tätig sind“. Kirche müsse die wahren Menschenrechte verteidigen und Gewissen wecken, so der Papst in seiner Botschaft an die Teilnehmer. Die Kirche könne "bei ihrer heilbringenden Verkündigung „nicht von den konkreten Lebensbedingungen der Menschen absehen, zu denen sie entsandt ist“.

Das Handeln zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen gehöre zum Leben und zur Sendung der Kirche, erklärte Papst Benedikt, an die Teilnehmer gewandt. „Da das Heil Christi ganzheitlich ist betrifft es den Menschen in all seinen Dimensionen“. Aus diesem Bewusstsein heraus seien im Lauf der Jahrhunderte viele Werke und Strukturen zur Förderung der Menschen und der Völker entstanden, die ihren unersetzlichen Beitrag zu Wachstum, harmonischer und ganzheitlicher Entwicklung des Menschen leisteten.

Alle die in der Diakonie tätig sind eint das selbe Ziel: Den Menschen das barmherzige Antlitz Gottes zu zeigen, der Menschen umfassend retten will.

Benedikt XVI. richtete seine Aufmerksamkeit vor allem auf die zahlreichen Gläubigen, die überall auf der Welt ihre Zeit und Kräfte hergeben, um Zeugnis für die Liebe Christi abzulegen. Sodann erinnerte der Papst daran, dass die Nächstenliebe „zum Wesen der Kirche als solcher“ gehöre.

Zum Zeugnis Christi gehört für den Papst der Beitrag zum Aufbau einer gerechten Gesellschaftsordnung. Es sei nicht Aufgabe der Kirche, direkt in die Politik der Staaten einzugreifen oder angemesse Strukturen oder politische Verhältnisse aufzubauen. Die Kirche öffne das Herz für Gott und für den Nächsten und „weckt die Gewissen“. „Mit der Kraft ihrer Botschaft verteidigt sie die wahren Menschenrechte und setzt sich für die Gerechtigkeit ein.“

„Der Glaube ist eine geistliche Kraft, die die Vernunft bei der Suche nach einer gerechten Ordnung reinigt und sie so von der Gefahr befreit, von Egoismus, Eigennutz und Macht ‚geblendet’ zu werden“.

Auch in der ersten Welt bleibt die „Caritas“ Notwendigkeit, so der Papst. „Der Dienst der Liebe wird nie überflüssig, dies nicht allein, weil die Seele des Menschen neben den materiellen Dingen der Liebe bedarf, sondern auch, weil weiterhin Situationen des Leidens, der Einsamkeit, der Not fortbestehen, die persönliche Hinwendung und konkrete Hilfen notwendig machen.“

Die Christen wüssten, so Benedikt XVI. abschließend, dass sie dazu berufen sind, der Welt zu dienen und sie zu lieben, obwohl sie nicht von dieser Welt sind, dies bis hin zum äußersten Geschenk der Selbsthingabe.