Caritas fordert von G-20-Staaten Umsetzung gemachter Versprechen

UNO, Weltbank und Internationaler Währungsfonds müssen reformiert werden

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ROM, 9. April 2009 (ZENIT.org).- Caritas Internationalis begrüßt zwar die Erneuerung der Verpflichtungen seitens der G-20-Staaten bezüglich der entwicklungspolitische Ziele, warnt aber zugleich davor, dass diese Ankündigungen nicht mehr als Schall und Rauch bleiben könnten. Angesichts der Angst von Millionen von Menschen, in Armut zu versinken, stünden die Politiker vor großen Herausforderungen.

Blandine Bouniol, die bei Caritas Internationalis für den Bereich Internationale Kooperation zuständig ist, hat in einem Schreiben, das ZENIT vorliegt, dazu aufgerufen, dem ethischen Gesichtspunkt und den gemachten Versprechen in der Wirtschaft mehr Gewicht zu geben.

„Die G-20-Staaten haben bekräftigt, die Ziele und Verpflichtungen der Vergangenheit wie etwa die Ausgabe von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Auslandshilfe auch umzusetzen. Caritas bleibt aber skeptisch, was die Einhaltung dieser Versprechungen angeht." Einige Geberländer hätten bereits drastische Haushaltskürzungen angekündigt. Außerdem mangle es an konkreten Maßnahmen wie zum Beispiel an einem Zeitplan für die Lieferung.

„Das G-20-Paket für die Entwicklungsländer ist nach wie vor an der Voraussetzung einer guten Regierungsführung gebunden, wie sie von der Weltbank und vom IWF vorgegeben werden. Aber die Bank und der Fonds verfolgen eine Form von liberaler Wirtschaftspolitik, die zum dramatischen Verlust von Arbeitsplätzen und zu Kürzungen öffentlicher Dienstleistungen geführt hat."

Die Caritas fordert eine Reform der Vereinten Nationen, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds, um eine größere Beteiligung der armen Länder an den Entscheidungsprozessen sicherzustellen.

„Es war ermutigend, ersten Schritte in Richtung einer Abschaffung des Bankgeheimnisses und der Veröffentlichung von Steueroasen-Angebote zu sehen", heißt es in der Erklärung der Caritas. Dem müssten allerdings auch echte Sanktionen folgen. Aus diesem Grund ermahnt die Caritas die Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten, die überhaupt nicht erwähnte Konferenz der Vereinten Nationen zu den Auswirkungen der Krise auf die Entwicklung zu unterstützen, die vom 1. bis zum 4. Juni 2009 stattfinden wird. Des Weiteren fordert die Caritas eine Politik, die es versteht, einen gerechten Handel und die Reduktion der Verschuldung zu ermöglichen sowie Maßnahmen zu verwirklichen, durch die finanzielle Ressourcen innerhalb der Entwicklungsländer mobilisiert werden.

Die Wirtschaftskrise werde vor allem die arme Bevölkerung in Mitleidenschaft ziehen, betont die Caritas. In den Entwicklungsländern werden nach aktuellen Schätzungen rund 53 Millionen Menschen in den Teufelskreis der Armut geraten.