Caritas hilft in Afghanistan

Dringendste Phase der Flüchtlingshilfe überstanden

| 138 klicks

ISLAMABAD, 22. November 2001 (ZENIT.org).- Nach der ersten und dringendsten Phase der Flüchtlingshilfe in den Lagern von Pakistan wird die Internationale Caritas nun versuchen, der dramatischen Lage in Afghanistan Herr zu werden, da der harte Winter bevor steht.



Nachdem die Taliban sich aus den meisten Provinzen des Landes zurückgezogen haben, können die katholischen Hilfsorganisationen nun ans Werk gehen.

Die Caritas und der Catholic Relief Service haben bis zum 17. November Nahrungsmittel, Decken und Zelte für über 13.000 Menschen (2.500 Familien) in den Flüchtlingslagern von Jalozai in der Nähe von Peschawar in Pakistan verteilt.

Erste Hilfe wurde nach Angaben der Caritas auch den Flüchtlingen erteilt, die zuletzt angekommen sind, sowie den am meisten verletzlichen: in erster Linie Witwen, Waisenkindern und Behinderten.

Die Hilfsorganisation bereitet nun den Transport und die Verteilung von Hilfsgütern ins Landesinneren von Afghanistan vor.

Paul Butler, der Koordinator des Hilfsprogramms für Afghanistan von der CRS, sagte: "Am wichtigsten sind nun Nahrung und Material für den Winter, denn jetzt steht eine harte Zeit bevor".

"Wir haben uns aber auch auf langfristige Hilfe eingestellt und schauen, wie wir die Entwicklung im Erziehungs- und Gesundheitswesen und in der Landwirtschaft ankurbeln können. Nach Jahren instabiler Politik, Krieg und Trockenheit ist der Boden fast unbrauchbar geworden".

"Eine weitere Herausforderung ist es, dafür zu sorgen, dass die afghanischen Flüchtlinge wieder nach Hause kehren können [...] Viele haben ihr Hab und Gut verkauft, um die Reise über die Grenze nach Pakistan oder in andere Länder bezahlen zu können, andere werden ihre Häuser bei ihrer Rückkehr zerstört vorfinden".

Die erste Phase der Verteilung der Hilfsgüter wird in den nächsten Tagen in den beiden Provinzen südlich von Kabul erfolgen. Zuerst werden Decken und Nahrungsmittel verteilt.

Bisher hat die Caritas drei Millionen Dollar für die Flüchtlinge in Pakistan und die Bevölkerung in Afghanistan bereitgestellt. Die Gelder kamen aus den einzelnen Landesverbänden, insbesondere von der CRS und der deutschen Caritas, die in Deutschland beim Sammeln für Afghanistan zunächst vor allen anderen Organisationen lag, aber auch von privaten Wohltätern. Auch die amerikanische Katastrophenauslandshilfe hat Gelder bereitgestellt.

Dank dieser Unterstützung rechnet die Caritas damit, 378.000 Menschen in Pakistan und Afghanistan helfen zu können.