Caritas Internationalis befürchtet offenen Krieg im Sudan

Südsudanesischer Präsident Salva Kiir: Khartum hat dem Südsudan den Krieg erklärt

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ROM, 26. April 2012 (ZENIT.org). - Nach einem Bericht des Fidesdienstes befürchtet Caritas Internationalis einen bevorstehenden offenen Krieg zwischen dem Sudan und dem Südsudan mit schwerwiegenden humanitären Folgen für beide Länder, sollten die militärischen Operationen nicht beendet werden.

Dies geht aus einer Verlautbarung hervor, die dem Fidesdienst vorliegt, in der sich das internationale Hilfswerk auch besorgt im Hinblick auf die Lage im Westen des Sudan äußert, wo mehrere Guerillabewegungen gegen Regierungssoldaten und die mit ihnen verbündeten Milizen kämpften.

„Caritas Internationalis versucht Einzelheiten in Erfahrung zu bringen, nachdem das Büro von Sudan Aid (mit der Caritas als Partnerorganisation zusammenarbeitet) in Nyala von den Sicherheitskräften geschlossen wurde. In Darfur unterstützt Sudan Aid Hilfsprogramme für 500.000 Menschen, die mit Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Hilfe versorgt werden“.

Eine weitere humanitäre Notlage ist in Heglig entstanden, nachdem die Region zunächst vom Südsudan besetzt und dann von Truppen aus Sudan nach heftigen Gefechten zurückerobert wurde. „Die Zahl der Menschen, die aus Heglig fliehen mussten, könnte bei rund 35.000 liegen, doch es handelt sich um eine schwer zu bestätigende Schätzung, da die Region derzeit kaum zugänglich ist“, so Patrick Nicholson von Caritas Internationalis zum Fidesdienst.

Caritas erinnert auch an die prekäre Situation der rund 500.000 südsudanesischen Staatsbürger, die im Sudan leben. Sie müssen sich dort auf Anweisung der Behörden in Khartum als Bürger des Sudan einbürgern oder sollen in den Südsudan zurückkehren. „Schließlich sollte auch daran erinnert werden, dass Guerillabewegungen auch in einigen Staaten des Südsudan aktiv sind, darunter Jonglei, und diese dazu beitragen, dass weitere Menschen ihre Heimat verlassen werden“, so Nicholson.

Unterdessen bombardierte die sudanesische Luftwaffe zwei weitere Ortschaften im südsudanesischen Staat Unity. Dabei sollen 16 Menschen ums Leben gekommen sein. Der südsudanesische Präsident Salva Kiir, der sich derzeit in China aufhält, erklärte, dass Khartum „dem Südsudan den Krieg erklärt hat“. Während der Sudan dem Südsudan vorwirft, er gefährde durch die Unterstützung von Guerillabewegungen im eigenen Staatsgebiet dessen Stabilität.

Am 9. Juli 2011 hatte nach 18 Jahren bewaffneter Konflikte zwischen dem Norden und dem Süden mit zahllosen Opfern der Südsudan seine Unabhängigkeit erklärt. Sieben der neun sudanesischen Diözesen befinden sich im neuen Staat Südsudan: Malakal, Juba, Yei, Wau, Rumbek, Tombura-Yambio und Torit.

(ZENIT berichtete mehrfach)