"Caritas Internationalis": Zur Aids-Bekämpfung bedarf es einer umfassenden Zusammenarbeit, die konfessionelle Grenzen überwindet

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ROM/TORONTO, 23. August 2006 (ZENIT.org).- P. Roberto Vitillo, Sachverständiger von "Caritas Internationalis", hält einen "Arbeitsplan" zur konfessionsübergreifenden Zusammenarbeit für unverzichtbar, wenn die Ausbreitung von Aids wirkungsvoll verhindert werden.



Diesen Vorschlag machte der Priester im Rahmen einer interreligiösen Begegnung im Vorfeld der 16. Welt-Aids-Konferenz, die vom 13. bis zum 18. August im kanadischen Toronto stattfand. 25.000 Experten aus aller Welt hatten 25 Jahre nach der Entdeckung des Aids-Erregers daran teilgenommen.

P. Vitillo betonte unter Berufung auf den Appell von Papst Johannes XXIII. an die Bischöfe, die Zeichen der Zeit zu deuten, dass es sich die Gläubigen angesichts der großen Problematik nicht leisten könnten, unabhängig voneinander nach Lösungen zu suchen oder Initiativen in Gang zu setzen. Die verschiedenen Glaubensgemeinschaften sollten sich mit vereinten Kräften der Herausforderung des HIV-Virus stellen, so der Priester.

"HIV und Aids sind ein Bereich, wo wir zur Einheit in der Vielfalt gelangen können", sagte seinerseits der Präsident des Lutherischen Weltbunds, Bischof Mark S. Hanson von der evangelisch-lutherischen Kirche in den USA. Vor zahlreichen christlichen, buddhistischen, muslimischen, jüdischen und hinduistischen Vertretern räumte er ein, dass es aufgrund der verschiedenen Auffassungen zu Misstrauen und zu Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit kommen könne. Dieses Misstrauen sei durch "Zuhören, zuhören, zuhören" zu beseitigen, riet der Bischof.

Der Präsident des "Asian Interfaith Network on AIDS", der Buddhist Phramaha Boonchuay, verwies im Anschluss auf die Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Religionen: "Als Organisationen gläubiger Menschen besitzen wir dasselbe Ziel (…). Wir haben dieselbe Vorstellung von Nächstenliebe"; in allen Religionen seien "wichtige Lehren über die Liebe und das Mitgefühl für den Nächsten" enthalten, fügte er hinzu. Diese gemeinsamen Überzeugungen bezeichnete er als die Grundlage einer zielorientierten Zusammenarbeit im Kampf gegen Aids.

Seit der Entdeckung von Aids vor 25 Jahren sind weltweit rund 65 Millionen Menschen an der tödlichen Immunschwäche erkrankt; 25 Millionen Menschen sind an ihren Folgen gestorben. Offiziellen Schätzungen zufolge stecken sich jeden Tag 11.000 Menschen an, etwa 8.000 Aids-Kranke sterben täglich.

26 Prozent der Hilfseinrichtungen, die sich um Aidskranke kümmern, sind katholisch geprägt. Bei vielen von ihnen handelt es sich um Initiativen der Caritas (www.caritas.org), die aus 162 Teilorganisationen in mehr als 200 Ländern und Regionen besteht.