Caritas warnt vor humanitärer Katastrophe im Gazastreifen

| 718 klicks

UM AN-NASIR, Gazastreifen, 15. Juni 2007 (ZENIT.org).- Die Caritas warnt vor der humanitären Katastrophe, die sich aufgrund des innerpalästinensischen Konflikts im Gazastreifen anbahnt: Nach aktuellen Berichten soll das Überleben von 80 Prozent der rund eine Million Flüchtlinge von humanitären Hilfsmaßnahmen abhängig seien.



In einer gemeinsamen Erklärung der verschiedenen Einrichtungen der Vereinten Nationen, die in der betroffenen Region arbeiten, findet die Sorge der Caritas-Mitarbeiter Bestätigung: „UN-Organisationen sind besonders über die Berichte von Angriffen auf Krankenhäuser und Krankenwagen sowie von außergerichtlichen Tötungen betroffen, die zu Sorge über schwerwiegende Verletzungen der internationalen humanitären Rechte und der internationalen Menschenrechte Anlass geben.“

Wie die Caritas berichtete, wurde die Ortschaft Um An-Nasir im Norden Gazas durch Abwasser aus der Kanalisation überflutet und zerstört. Der sechs Jahre alte Ayman Al Braq beschrieb dieses tragische Ereignis mit folgenden Worten: „Ich sah, wie sich der See mit schmutzigem Wasser auf das ganze Gebiet ausbreitete, und auch unser Haus war da. Das Wasser aus der Kanalisation war überall… Meine Familie und ich weinten. Die Ortschaft war ein See. Wohin ich auch blickte, ich sah Wasser aus dem Abfluss, und der Gestank war nicht auszuhalten. Wir erkannten, dass wir alles verloren hatten.“

Die Hilfsorganisationen haben die Kriegsparteien aufgefordert, die Menschenrechte zu respektieren. Außerdem appellierten sie an Israelis und Palästinenser, den Helfern und Hilfslieferungen Zugang zum Gazastreifen zu gewähren.