Cassano all'Ionio erwartet Papst Franziskus

Hoffnungsträger und Beistand

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 294 klicks

Morgen ist es soweit: Papst Franziskus wird seine eintägige Reise in das kalabrische Cassano all'Ionio (oder Cassano allo Ionio) antreten, sozialer Brennpunkt in Italiens Süden. Wie der Generalvikar der Diözese, Msgr. Francesco Di Chiara, gegenüber der italienischen Ausgabe von Radio Vatikan sagte, sei der Besuch des Papstes in der gebeutelten Region mit großen Hoffnungen verbunden. Zudem erhoffe man sich päpstlichen Beistand für die Belange der Menschen.

Die Reise von Papst Franziskus sei eine politische Geste, die Aufmerksamkeit auf die sozial benachteiligten Regionen Italiens lenke. Zudem erteile er der Politik und der Gesellschaft eine Lehre, indem er zeige, dass es keine Wegwerfkultur geben dürfe, so der Generalvikar. Die Menschen seien in der Erwartung, dass der Papst wirklich etwas bewegen könne.

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten der Menschen, sei die Diözese für den Papstbesuch selbst aufgekommen und habe viele Kollekten sammeln können. Man habe in der Bevölkerung eine große Bereitschaft und Großzügigkeit gefunden und jeder habe seinen Teil beigetragen. In Kalabrien gebe es viele Menschen, die aufrichtig und hart arbeiten, auch wenn die Arbeitslosenzahlen unter den Jugendlichen etwas anderes anzeigen.

Der Papst wird auf seiner Reise nach Cassano all'Ionio mit sozial stark benachteiligten Randgruppen der Bevölkerung zusammenkommen, unter anderen mit einigen Armen, die von der örtlichen Caritas betreut werden. Ihr Direktor, Raffaele Vidiri, bestätigte gegenüber der italienischen Ausgabe von Radio Vatikan, die Menschen seien voller Hoffnung, dass durch den Besuch des Papstes mehr Aufmerksamkeit auf ihre verzweifelte Situation gelenkt werde.

In der Region Kalabrien liegt die Arbeitslosenquote deutlich über dem italienischen Gesamtdurchschnitt. Der Einfluss der mafiösen ‘Ndrangheta in Kalabrien ist sehr stark. Bis zu 70 % der dort ansässigen Unternehmen sollen an sie Schutzgeld zahlen, die restlichen 30 % sollen direkt von ihr kontrolliert werden. Die ’Ndrangheta erwirtschaftet vermutlich über drei Prozent des BIP, das sind ungefähr 44 Milliarden Euro, die natürlich unversteuert bleiben. Die Korruption führt zu einer fortwährenden Abwanderung der Jugend in den Norden und ins Ausland.