Ceferino Namuncurá, Sohn des letzten Mapuche-Häuptlings, selig gesprochen

Papst Benedikt XVI. dankte Gott für sein „außerordentliches Zeugnis“

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ROM/CHIMPAY, 12. November 2007 (ZENIT.org).- Als erster Indio Argentiniens wurde gestern, Sonntag, der Ordensaspirant der Salesianer Don Boscos in Chimpay (Provinz Río Negro) zur Ehre der Altäre erhoben. An den Feierlichkeiten nahmen rund 120.000 Menschen teil.



Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone SDB war im Auftrag des Papstes nach Argentinien gereist, um die Seligsprechung von Ceferino Namuncurá (1886-1905) in dessen Geburtsort Chimpay zu leiten. Der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Bergoglio, und rund 50 Bischöfe aus Argentinien and Lateinamerika konzelebrierten.

Mit Benedikt XVI. vereinten sich auf dem Petersplatz im Vatikan rund 40.000 Gläubige mit den Festgästen in Argentinien: „Ich grüße herzlich die Gläubigen aus dem spanischen Sprachraum, insbesondere die kirchlichen Gemeinden Argentiniens und die hier anwesende Delegation des Landes, ebenso die große Familie der Salesianer, die heute mit großer Freude die Seligsprechung des verehrten Dieners Gottes Ceferino Namuncurá feiern“, rief der Papst ihnen nach dem gemeinsamen Gebet des „Engel des Herrn“ zu.

Mit Ceferino Namuncurá, der im Alter von 18 Jahren in Rom gestorben war, wurde ein weiterer Jugendlicher aus den Reihen der Don-Bosco-Familie selig gesprochen. Ceferinos Vater war der der große Häuptling Manuel Namuncurá aus dem Volk der Mapuches, der vom argentinischen Heer besiegt worden war. Als Sohn des letzten Häuptlings seines Stammes fand der junge Indio bei den Salesianern Respekt und liebevolle Aufnahme.

„Danken wir dem Herrn für das außerordentliche Zeugnis dieses jungen Studenten von neunzehn Jahre, der – beseelt von seiner Verehrung für die Eucharistie und von seiner Liebe zu Christus – Salesianer und Priester werden wollte, um seinen Brüdern aus dem Volk der Mapuches den Weg zum Himmel zu zeigen“, würdigte der Bischof von Rom Ceferino, der am 26. August 1886 in Chimpay geboren und vom Salesianermissionar Don Milanesio getauft worden war.

Nach elf Jahren Leben in der Wildnis wurde Ceferino von seinem Vater nach Buenos Aires geschickt, um zu studieren und so eines Tages selbst für den Schutz und die Verteidigung seines Volkes zu sorgen.

In der Schule der Salesianer lernte der Junge Don Bosco kennen. Fünf Jahre lang bemühte er sich mit allen Kräften darum, sich in eine ihm völlig fremde Kultur einzuleben. Gebet, Nächstenliebe und die Erfüllung der täglichen Pflichten wurden schon bald zu den bestimmenden Merkmalen seines Alltags, und so wurde er mehr und mehr zu einem Vorbild für die anderen. Sein Wort hatte unter seinen Kameraden Gewicht – auch im Streit.

Im Jahr 1903, als sein Vater im Alter von 80 Jahren getauft und Ceferino selbst 16 Jahre alt wurde, nahm Salesianerbischof Giovanni Cagliero ihn als Aspirant in den Orden auf, denn der junge Indio wollte Salesianer werden. Damals war Ceferino bereits an Tuberkulose erkrankt. Bischof Cagliero entschied, den Schüler nach Italien zu bringen, wo er allerdings nicht unbemerkt blieb: Die Zeitungen sprachen mit Bewunderung vom „Prinzen der Pampa“.

Bedauerlicherweise vermochten es auch die italienischen Ärzte nicht, dem jungen Mann zu helfen: Ceferino starb am 11. Mai 1905 in Rom, wo er Don Rua, dem ersten Nachfolger Don Boscos, und auch Papst Pius X. begegnet war. Sein Grab befindet sich seit 1924 in seiner Heimat Fortin Mercedes.

Aus der Don Bosco Familie wurden weltweit bereits 132 Salesianer, Don Bosco Schwestern und Mitarbeiter selig und heilig gesprochen. Unter ihnen sind die beiden Ordensgründer Don Giovanni Bosco (1815-1888) und Maria Mazzarello (1837-1881).