Chaldäischer Erzbischof warnt vor weiterem Exodus aus dem Irak

Nach neuen Anschlägen haben Christen wieder Angst

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MOSSUL, 30. November 2009 (ZENIT.org).-Ein Anschlag auf eine Kirche und ein Kloster in der nordirakischen Stadt Mossul hat die Christen im Irak in Angst versetzt. Bei dem Bombenangriff vergangenen Donnerstag auf die katholische Sankt-Ephraim-Kirche und das Kloster der Dominikaner-Schwestern der Heiligen Katharina kam es zu erheblichen Schäden, verletzt wurde dabei aber niemand. In einem Gespräch mit der italienisch-katholischen Nachrichtenagentur SIR sagte der chaldäische Erzbischof von Mossul, Erzbischof Emil Shimoun Nona, über die Täter: „Sie wollten ein Symbol irakischer Christen und katholischer Gegenwart im Irak treffen, es ging ihnen nicht nur um Mossul."

Die Angst nehme nun wieder ebenso zu wie die Flucht der Christen aus dem Irak, befürchtet der Erzbischof. „Sie haben die Mauern, die Steine der Kirche zerstört", sagt Erzbischof Nona metaphorisch, „nun müssen wir diese Menschen wieder aufbauen, die Angst bekommen haben und das Vertrauen und die Hoffnung verlieren". Die Christen im Irak benötigten Gebet, Hilfe, moralische sowie materielle Unterstützung. Die Nachrichtenagentur AFP meldete indes, dass 40 Christen im vergangenen Jahr bei Anschlägen in Mossul umgekommen sind, während 12.000 aus der Stadt geflüchtet sind.

Der 42-jährige Erzbischof Nona ist seit rund zwei Wochen im Amt. Sein Vorgänger war der 65-jährige Erzbischof Paul Faraj Rahho, der am 29. Februar 2008 während eines Kreuzwegsgebets verschleppt und zwei Wochen später ermordet worden war. Die Täter hatten seinen Leichnam auf einer Müllkippe verscharrt. Sein Fahrer und zwei Leichwächter wurden sofort erschossen. (mk)