Chaldäischer Patriarch im Irak wartet auf die Umsetzung von Husseins Worten in Taten

| 333 klicks

BAGDAD, 18. September 2002 (ZENIT.org).- Der repräsentativste katholische Religionsführer im Irak hat "Erleichterung" bekundet ob der Entscheidung Husseins, die UNO-Inspektoren wieder ins Land zu lassen.



Der chaldäische Patriarch von Babylon, Seine Seligkeit Raphael I. Bidawid, sagte: "Wir hoffen, dass den Versprechen auch Taten folgen. Das irakische Volk kann nicht noch mehr Leid ertragen. Es ist nach 12 Jahren Leid und Unglück erschöpft. Nun ereilt uns eine neue Drohung der Zerstörung und Vernichtung".

Gegenüber der Missionsagentur MISNA.org sagte er, der Gesinnungswandel Husseins sei für alle eine "Erleichterung".

"Wenn es wirklich Krieg gibt, heißt das totale Zerstörung: Christen und Muslime werden zum selben Preis verkauft werden. Ich bitte den Herrn, dass er diese Geisel von uns fernhalten möge".

Nach Meinung des Patriarchen wäre ein neuer Krieg das totale Ende mit furchtbaren Folgen auch innerhalb des Islams zwischen Sunniten und Schiiten.

"Man will den Angriff mit dem Sturz des Präsidenten und seiner Regierung rechtfertigen, doch weiß man genau, dass der Krieg eine nie in der Geschichte dagewesene Tragödie provozieren würde".

Im Irak leben 22 Millionen Muslime und eine Million Christen verschiedener Traditionen und Riten, wovon 80 Prozent Katholiken sind und zwar mehrheitlich vom chaldäischen Ritus.

"Ich glaube nicht, dass die USA so naiv sind, und einen Konflikt losbrechen gegen den Konsens der Menschheit".