Chiara Lubich (1920 - 2008)

14. März 2013: Zum fünften Todestag der Gründerin der Fokolaren

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1195 klicks

Chiara Lubich, die am 22. Januar 1920 in Trient (Oberitalien) geboren wurde, entstammte einfachen Verhältnissen und finanzierte sich in jungen Jahren ihr Studium mit Privatunterricht. Sie schrieb sich an der Universität in Venedig in der Fakultät für Philosophie ein, doch wurde ihren Studienplänen durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ein Ende gesetzt. Von der Mutter hatte Chiara eine stark christliche Prägung erhalten, der Vater hingegen, ein überzeugter Sozialist, hatte sie in sozialen Fragen und Problemen sensibiliert.

Ihr zukünftiges geistliches Leben zeichnete sich bereist mit 19 Jahren ab, als sie bei einer Wallfahrt in Loreto zu der Erkenntnis kam, dass sich für die Kirche neue Wege eröffneten.

Der Zweite Weltkrieg zeichnete ihr Leben. Am 7. Dezember 1943 weihte Chiara Lubich ihr Leben Gott, in dem sie die einzige Hoffnung in all dem Grauen und Leid um sich herum sah. Das Evangelium sollte Chiara und ihren Freundinnen während der schrecklichen Stunden im Bunker zu einer Quelle der Hoffnung und des Trostes werden, aber auch als Ansporn und Beispiel für ihren weiteren Lebensweg dienen.

„Wir legten alles zusammen: die materiellen Dinge, unser Geld, öffneten unsere Häuser. Das Leben erfuhr einen Qualitätssprung. Wir spürten Freude, Friede, Kraft, die Gaben des Heiligen Geistes, der dort zugegen ist, wo sich Menschen im Namen Jesu zusammenfinden,“ wie Chiara Lubich erklärte. „Er, der Auferstandene, macht aus vielen ein Leib. Er kann Bitterkeit vertreiben, Barrieren und Konflikte ausräumen. In einer vom Materialismus geprägten Zeit, in der man nur dem glaubt, was man anfassen kann, hat Gott eine Spiritualität erweckt, die quasi das Göttliche handgreiflich macht.“

Das besondere Interesse Chiara Lubichs galt der Ökumene und dem interreligiösen Dialog. So war Chiara Lubich die erste Christin, die 1981 vor 10.000 Buddhisten in Tokyo von ihrer Erfahrung mit dem Evangelium berichtete. Der interreligiöse und interkulturelle Dialog geht auf die 60er Jahre zurück, als Chiara Lubich die Fokolar-Bewegung in Ost-Europa förderte. In der Fokolar-Bewegung arbeiten heute mehr als 30.000 Gläubige unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam. Rund 70.000 Menschen gehören weltweit der Fokolar-Bewegung an.

Der gesellschaftliche Dialog, der, gesellschaftliche Grenzen überwindend, unterschiedliche soziale Gruppen zusammenführte, war ein weiteres wichtiges Anliegen der Arbeit Chiara Lubichs. In diesem Kontext sei auf das Projekt „Wirtschaft in Gemeinschaft“ verwiesen, das sich an Unternehmer in Südamerika richtete. 1996 wurde das Forum „Politik und Geschwisterlichkeit“ gegründet, das parteiübergreifend dem kulturellen Dialog dienen sollte.

Chiara Lubich erhielt verschiedene Auszeichnungen, so zum Beispiel 1977 den „Templeton-Preis für den Fortschritt der Religionen“, 1988 den Preis zum Augsburger Friedensfest, 1996 den UNESCO-Preis für Friedenserziehung, 1998 den Menschenrechtspreis des Europarates, 2000 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Chiara Lubich war zeitlebens Präsidentin der Fokolar-Bewegung. Sie starb am 14. März 2008.

* Weitere Informationen über die Fokolar-Bewegung können dieser Seiteentnommen werden.