Chiara Lubich berührte die Herzen - Zeugnisse von Hirten und nicht nur von diesen

Kardinal Vlk (Prag) bezeichnet ihr Charisma als größtes Geschenk für sien Leben

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ROM, 21. März 2008 (Zenit.org).- Chiara Lubich berührte die Herzen zahlreicher Menschen; sie inspirierte Kardinäle, prägte Bischöfe anderer christlicher Konfessionen und war selbst für jene ein Anstoß, die nicht an Christus glauben oder von sich sagen, sie seien Atheisten.



Im Anschluss an das Begräbnis der Gründerin der Fokolar-Bewegung am vergangenen Dienstag, dem Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone vorgestanden war, interviewte ZENIT verschiedene Persönlichkeiten, die von Chiara Lubich nachhaltig beeinflusst worden sind.

Der Prager Erzbischof Miloslav Kardinal Vlk würdigte die Spiritualität, die Chiara Lubich geprägt hat, als „Christentum für unsere heutige Zeit“. Es handle sich um eine Spiritualität, „die offen ist für den Dialog mit anderen Kirchen, mit den anderen Weltreligionen“.

Der Kardinal ist ein großer Freund der Fokolar-Bewegung. „Ich lernte Chiara Lubich und ihr Charisma 1964 kennen, und ich denke, ohne zu übertreiben, dass meine Begegnung mit der Spiritualität von Chiara Lubich das größte Geschenk Gottes und des Heiligen Geistes für mich und mein Leben war.“

Msgr. Aldo Giordano, Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), erklärte im Gepsräch mit ZENIT: „Chiara hat der Menschheit ein göttliches Charisma gebracht, dessen Grundlage die Einheit ist, und das Geheimnis dieser Einheit ist die persönliche Beziehung mit dem gekreuzigten Jesus, und zwar genau in dem Augenblick, in dem Jesus die Verlassenheit des Vaters beklagt. Und so nimmt er alles auf sich, was die vielen Menschen erleiden, die sich selbst überlassen werden, all die Verletzungen und Tränen der Menschheit.“

Carla Cotignoli, Leiterin des Pressebüros der Fokolar-Bewegung, erklärte: „Das, was sie bezeugen wollte und immer im Herzen trug, war, dass es eine Art von Leben gibt, die die Politik erneuert, die Wirtschaft, die Kultur, die Kunst und die Kommunikation. Und zwar weil diese gegenseitige Liebe nicht ein ‚Wir haben uns lieb‘ ist, sondern ein Modell für das Leben der Dreifaltigkeit.“

Fokolar-Priester Cinto Busquet, Fachmann für den Dialog zwischen Christentum und japanischem Buddhismus, wies darauf hin, dass Chiara Lubich ihr ganzes Leben lang über die Einheit gesprochen und Gemeinschaft aufgebaut habe. Mit ihrer ganzen Energie habe sie sich dafür eingesetzt, dass die Kirche immer mehr zu diesem Haus der Gemeinschaft werde, wie es Johannes Paul II. in seinen Dokumenten mit so viel Nachdruck gefordert habe.

„Chiara sagte uns: (…) Wir müssen alles in der Gegenwart des Herrn tun, der in unserer Mitte ist, und das ist möglich, wenn unsere Beziehungen untereinander von konkret gelebter Liebe geprägt sind, von Gemeinschaft.“

Der anglikanische Bischof Robin Smith – er nahm am Begräbnis als Vertreter des Erzbischofs von Canterbury teil, erklärte: „Chiara war eine der außergewöhnlichsten christlichen Figuren des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie machte sich bis zuletzt zur Trägerin der Einheit des gesamten christlichen Volkes – in den unterschiedlichen Völkern, in der ganzen Welt. Und ich glaube, sie vertritt etwas Einzigartiges in der katholischen, aber auch in der universalen Kirche.“

Videoausschnitte des Begräbnisses finden sich bei H2oNews.

Von Miriam Díez i Bosch und Dominik Hartig