„Chiara Lubich hat das Leben von Kirche und Welt tief greifend beeinflusst"

Gedenken zum 2. Jahrestag des Todes der Gründerin der Fokolar-Bewegung

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Von Marine Soreau

ROM, 18. März 2010 (ZENIT.org).- Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolar-Bewegung, sei eine Persönlichkeit, die das Leben der Kirche und der Welt im zwanzigsten Jahrhundert tief greifend beeinflusst habe, erklärte Kardinal Stanislaw Rylko, Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien, jetzt auf einer Tagung anlässlich des zweiten Jahrestages des Todes von Chiara Lubich in Rom. Sie sei ein großes Zeichen der Hoffnung durch die verschiedenen Charismen, die vom Heiligen Geist der Kirche heute geschenkt würden.

Auf der Tagung erinnerte die derzeitige Präsidentin der Fokolar-Bewegung, Maria Voce, daran, dass das Leben von Chiara Lubich von einer großen Sehnsucht nach Einheit geprägt gewesen sei. „Wir feiern ein Leben, das für die Einheit gewirkt hat. Chiara Lubich empfingt von Gott dieses unverkennbare und große Geschenk, das auch weiterhin Früchte in der ganzen Welt zum Wohle der ganzen Menschheit tragen will. Ihr Leben findet Ausdruck in den vielfältigen Umsetzungen jener Spiritualität der Einheit, die sie uns hinterlassen hat", so Maria Voce.

Weltweit gedachten Hunderttausende von Mitgliedern der Fokolar-Bewegung Chiara Lubich. Daneben widmete der "Osservatore Romano" mehrere Artikel seiner Ausgaben vom 14. und 16. März der am 14. März 2008 in Rocca di Papa bei Rom verstorbenen Lubich.

Der Präsident Päpstlichen Rates für Kultur, Monsignore Gianfranco Ravasi, hob die „Weisheit" und die „Einheit" als die existenziellen Lebensprinzipien von Chiara Lubichs hervor.

Bei der Gedächtnismesse am 13. März sprach Monsignore Gianfranco Ravasi von der Weisheit als ein großes Geschenk Gottes, zu der allerdings auch Intelligenz gehöre sowie eine große Menschlichkeit und die Befähigung, dem Leben Sinn und Geschmack zu verleihen.

Die Einheit bedeute nicht nur ein Nebeneinander, sondern die Erfahrung, „dass ich in dir bin und du in mir, so wie es das Evangelium ausdrückt", die Erfahrung der Einheit, die in der Gemeinschaft bestehe.

Mit einem Gebet Chiara Lubichs beendete Monsignore Gianfranco Ravasi seine Predigt: „Ich liebe dich, weil du in mein Leben eingetreten bist mehr als die Luft in meine Lungen, mehr als Blut in meine Adern. Du bist dorthin gelangt, wo niemand eintreten konnte, und als niemand mir helfen konnte, und immer dann, wenn niemand mich trösten konnte. Jedes Mal las ich die Erklärung in deinen Worten, die Lösung in deiner Liebe".

Chiara Lubich wurde am 22. Januar 1920 in Trient geboren. 1943 gründete sie die Fokolar-Bewegung.

Während der Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges und unter den Armen von Trient begann diese Bewegung, die auf die geistige und soziale Erneuerung ausgerichtet ist, als ein Abenteuer, als ein göttliches Abenteuer, wie Chiara Lubich selbst es nannte.

Chiara Lubich war erst 23 Jahre alt, als sie ihr Leben ganz Gott weihte. Heute schöpfen mehr als vier Millionen Menschen von der Spiritualität ihrer Bewegung, zu der mehr als hunderttausend aktive Mitglieder zählen.

Der Wirkungsbereich ihre Bewegung geht über die katholische Religion hinaus und erreicht Millionen von Menschen verschiedener christlicher Kirchen, anderer Religionen (Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus) sowie nicht-religiöser Überzeugungen, die sich alle für das gleiche Ziel einsetzen: die universale Geschwisterlichkeit zu leben und zu verbreiten und zum Aufbau der einen Menschheitsfamilie beizutragen.

Offiziell wurde die Fokolar-Bewegung im Jahr 1964 unter dem Namen „Werk Mariens" anerkannt. Aus ihr gingen eine große Anzahl von Standorten der geistigen und sozialen Bildung sowie ökumenische und interreligiöse Treffen hervor.

bersetzung aus dem Französichen von Iria Staat]