Chile: Der spezifische Beitrag von Frauen zur Mission

Missionarische Jüngerinnen für das Leben Chiles

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Angela Reddemann

SANTIAGO DE CHILE, 21. Oktober, 2009 (Zenit.org).- Unter dem Motto „Frauen, missionarische Jüngerinnen für das Leben Chiles“ will die Bischofskonferenz des Landes „Frauen, die in der Pastoral arbeiten und die in unserer Kirche am Prozess der Kontinentalen Mission mitwirken, dazu anregen, sich selbst des spezifischen Beitrags der Frauen zur Mission bewusst zu werden“, meldete Fides.


Bereits im Dokument von Aparecida forderten die Bischöfe dazu auf, „die Organisation der Pastoral so auszurichten, dass bei jeder Frau und in allen kirchlichen und gesellschaftlichen Umfeldern das ‚weibliche Wesen’ erkannt und entwickelt wird, damit Frauen zunehmend eine Hauptrolle spielen“, heißt es in der von Erzbischof Ducasse Medina unterzeichneten Verlautbarung weiter.

Das Dokument der Generalversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe vom 13. bis 31. Mai 2007 hat schnell seinen Weg in die Ortskirchen des Kontinents gefunden. In ihrem Schlussdokument hatten die Bischöfe auf die besondere Dringlichkeit des Einsatzes für die benachteiligten Frauen hingewiesen.

Dass die Schlussbotschaft ausdrücklich von „Jüngerinnen und Jüngern" spricht, wurde als ein wichtiges Signal an die Frauen Lateinamerikas gewertet. Seit der Veröffentlichung durch Benedikt XVI. am 29. Juni 2007 und der Präsentation bei der 31. Ordentlichen Versammlung und der damit verbundenen Neuwahl der CELAM-Spitze in Kuba vom 4. bis 13. Juli 2007 ist dieser programmatische Entwurf für das theologische Denken und pastorale Handeln der katholischen Ortskirchen in Lateinamerika maßgebend wirksam.

Wenn man die offiziellen Initiativen der Kirche in Lateinamerika ein Jahr nach Aparecida im Vorgang der Umsetzung untersucht, wird erkennbar, dass die Konferenz und ihr Dokument einen kontinental umfassenden Reflexions-, Planungs- und Aktionsprozess in Gang gebracht hat. Er wird schrittweise in den 22 Bischofskonferenzen mit fast 800 Diözesen mit zusammen 481 Millionen Katholiken (das sind 42,56 Prozent von 1,13 Milliarden Katholiken weltweit) in über 31.000 Pfarreien mit zehntausenden mit diesen verbundenen Kapellen- und Basisgemeinschaften (CEBs - "comunidades ecclesiales de base") umgesetzt.

Wie es in einer Verlautbarung heißt, in der sich der Präsident der bischöflichen Kommission für Frauenpastoral, Erzbischof Ingnacio Ducasse Medina, an alle Hirten Chiles wendet, wurde beim Treffen am vergangenen Samstag das Anliegen von Aparecida wirksam aufgegriffen. Themen wie: Die „Begegnung mit Christus“ sieht die „betende Lektüre des Wortes“ und eine Reflexion zum Thema „Jüngerin in der Begegnung mit Christus“ vor.

Die Realität von Frauen in Chile sieht so aus, dass eine von vier Frauen alleine lebt und für sich selbst sorgen muss, was bedeutet, dass sie geschieden und alleinerziehende Mutter oder verwitwet ist. In einem Haushalt von vier ist also eine Frau die Haupternähererin. 47 Prozent dieser Frauen leben unter der Armutsgrenze. In Chile wird schon seit Jahren von der "Feminisierung der Armut" gesprochen. Die Armut hat dort das Gesicht einer Frau.

Frauen, die auf politischer Ebene rund 14 Prozent der Bürgermeister in Chiles Gemeinden stellen, sollten dazu angeregt werden, „ihr weibliches Wesen zu einem Geschenk an das Leben der Kirche in Chile zu machen. „Am Nachmittag wurden in der Vollversammlung die Ergebnisse des Vormittags zusammengefasst, um „die wesentlichen Eigenschaften des weiblichen Wesens zu identifizieren, die im Leben der Kirche in Chile in den Dienst der Kontinentalen Mission gestellt werden können“.

Abschließend fand ein gemeinsamer Gottesdienst statt, der als „Moment der Gnade und der Sendung“ verstanden wurde. Im Rahmen des Schlussgottesdienstes wurde auch die Initiative „Evangelium für Chile“ vorgestellt, die im ganzen Land im Rahmen der Kontinentalen Mission durchgeführt wird .