China: 7.000 Menschen bei Begräbnis von Bischof Chang

Einschüchterungsversuche zeigten keine Wirkung

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HANYANG, 18. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Mindestens 7.000 Menschen kamen am Samstag zum Begräbnis von Bischof Peter Chang Bai Ren nach Zhangjiatai in der chinesischen Provinz Hubei. Etliche Warnungen von Seiten der chinesischen Regierungsbehörden konnten sie nicht davon abhalten, dem am 12. Oktober verstorbenen 90-jährigen Bischof der staatlich nicht anerkannten und verfolgten Untergrundkirche von 9.00 Uhr morgens bis 16.00 Uhr am Nachmittag die letzte Ehre zu erweisen. Wegen seiner tiefen Verbundenheit zum Papst hatte Bischof Chang für 24 Jahre im chinesischen Gefängnis gesessen und Zwangsarbeit verrichten müssen.



Erst nach einer groß angelegten Einschüchterungskampagne per Telefon hatten die Behörden ihre Einwilligung zur Austragung des Begräbnisses für einen Bischof gegeben, der vom Regime nicht nur jahrelang im Gefängnis festgehalten worden war, sondern der auch nach seiner Bischofsweihe im Jahr 1986 unter ständiger Beobachtung gestanden hatte und zahlreiche vorübergehende Verhaftungen über sich ergehen lassen musste. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur \"AsiaNews\" meldeten sich Regierungsvertreter am Tag nach dem Tod von Bischof Chang bei Pater Chen, dem ältesten Priester in der Diözese Hanyang, und machten Anzeichen, ein öffentliches Begräbnis zulassen zu wollen. Zuvor hatte die Regierung der Provinz Hubei allerdings alle Diözesen und Pfarren in ihrem Einzugsbereich ausdrücklich davor gewarnt, am Begräbnis teilzunehmen.

7.000 Menschen, darunter ebenso Angehörige der \"offiziellen\" Kirche wie der Untergrundkirche, kamen dennoch nach Zhangjiatai, in die Geburtsstadt des verstorbenen Bischofs, um an einem sehr feierlichen Begräbnis teilzunehmen. Unter den 15 Priestern, die bei der Heiligen Messe konzelebrierten, befanden sich auch einige, die der staatlich anerkannten Patriotischen Vereinigung angehören und die ihre Berufung dank Bischof Chang entdeckt hatten und ihrem Dank dafür durch ihre Teilnahme Ausdruck verliehen.

Gemäß den staatlichen Bestimmungen wurde der Leichnam des Bischofs, der an Herzverssagen gestorben war, eingeäschert. Die Urne wird in der Kirche von Zhangjiatai unter dem Altar aufbewahrt werden.

Weil die Behörden nur die Bezeichnungen \"Priester\" und \"älterer Herr\" zugelassen hatten, durfte während der Zeremonie, die von Polizeikräften kontrolliert wurde, der Titel \"Bischof\" nicht erwähnt werden. Allerdings gaben die \"Führungspersönlichkeiten in der Diözese […] den Drohungen nicht nach und brachten ein Transparent an, auf dem geschrieben stand: \'Msgr Peter Chang, inoffizieller Bischof der Diözese Hanyang\'\", berichtete \"AsiaNews\".

In seiner Predigt bezeichnete Pater Chen den verstorbenen Oberhirten als \"einen mutigen, dem Papst treu ergebenen Bischof. Während seines ganzen Lebens ist er dem Herrn und der Weltkirche immer treu geblieben und nie von seinem Glauben abgerückt, nicht einmal angesichts der Drohungen politischer Mächte.\"