China: Bischof von Verschleppung durch die Polizei bedroht

Priester zum Schutz ihres Bischofs in seinem Haus versammelt

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SHENYANG, Montag, 11. Juli 2011 (ZENIT.org/Asianews). - Die Priester der chinesischen Diözese Liaoning haben sich im Haus des Bischofs von Shenyang versammelt, um diesen vor einer Verschleppung durch die chinesische Polizei zu schützen, wie Asianews berichtet. Bischof Paul Pei Junmin war von der Regierung befohlen worden, an der illegitimen Weihe von Joseph Huang Bingzhang am 14. Juli teilzunehmen. Es wird damit gerechnet, dass Msgr. Junmin mit Gewalt zur Teilnahme gezwungen wird.

Am 14. Juli soll nach dem Willen Pekings Joseph Huang Bingzhang in Shantou ohne päpstliche Einwilligung geweiht werden. Rom hatte kurz vor der zweiten illegalen Bischofsweihe, die am 29. Juni stattfand, alle Bischöfe daran erinnert, dass sie sich durch die Mitwirkung oder auch nur Teilnahme an einer solchen automatisch die Exkommunikation zuziehen (ZENIT berichtete).

Die Teilnahme einiger bisher mit Rom verbundener Bischöfe an den beiden bereits stattgefundenen unrechtmäßigen Bischofsweihen und deren damit eingetretener Exkommunikation brachte bereits große Unruhe in die zwischen Romtreuen und Regimehörigen gespaltenen Kirche des Landes.

Msgr. Pei befindet sich in Einheit mit Rom und dem Papst und wurde auch von der Regierung in Peking anerkannt. Er wurde bereits gezwungen, an der illegalen Weihe in Chengde im November 2010 teilzunehmen. Das Regime übt massiven Druck auf die Bischöfe des Landes aus.

Ein junger Bischof, der anonym bleiben will, erklärte gegenüber Asianews, dass er sich müde fühle, als ob er einen „Stein in der Brust" habe, vor allem, wenn er an die Vielzahl der unrechtmäßigen Weihen denke. „Ich lebe täglich in Angst und Unruhe", so der Oberhirte, „den Befehl zu bekommen, mit daran teilzunehmen. Ich bin wirklich müde."

Die Priester der Diözese Liaoning haben einen Gebetsaufruf an die Gläubigen der Diözese gerichtet, für den Papst, die Diözese und vor allem auch für den Bischof zu beten.

Im Haus des Bischofs haben sich alle Priester der Diözese versammelt. Dort unterzeichneten sie eine gemeinsame Erklärung, mit der sie die chinesischen Behörden kritisieren, die den Bischof zur Teilnahme an der unrechtmäßigen Bischofsweihe zwingen wollen.

Durch ihre Anwesenheit hoffen sie, ihren Bischof vor einer gewaltsamen Verschleppung durch die Polizei zu schützen. In der Erklärung der Priester heißt es: Wir beten, dass der Herr der Regierung ausreichend Gnade schenke, um die Wahrheit zu erkennen.