China: Diözese Cangzhou gedenkt ihrer Märtyrer und ihrer Errichtung vor 150 Jahren

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CANGZHOU, 28. Juni 2006 (ZENIT.org).- Der 150. Jahrestag der Gründung der chinesischen Diözese Cangzhou entfache den missionarischen Eifer der katholischen Gemeinschaft, bekräftigte ein Sprecher der Diözese, die in der chinesischen Provinz Hebei liegt.



Wie die französische Nachrichtenagentur "Eglises d'Asie" berichtete, sind die Feierlichkeiten zum runden Jubiläum im vergangene Monat von Diözesanbischof Joseph Li Liangui eröffnet worden.

Ein Schlüsselereignis fand auf dem katholischen Friedhof von Xianxian statt: Dort hatte man in Gedenken an den Gründer des Bistum ein kleines Denkmal errichtet. Der Friedhof stellt für fünf französische Bischöfe und einen chinesischen Bischof sowie für zahlreiche chinesische Priester und ausländische Missionare die letzte Ruhestätte dar. Ihre Gräber waren während der Kulturrevolution (1966/67) vollständig zerstört worden.

Bischof Li entzündete mit der Osterkerze eine zwei Meter hohe Fackel und rief mit dieser Geste Priester und Gläubige gleichermaßen dazu auf, den missionarischen Eifer zu erneuern, der in dieser Region vor 150 Jahren begonnen hatte.

In einem Hirtenbrief, der im Januar 2006 veröffentlicht worden war, hatte der 44-jährige Bischof, der sowohl von Rom als auch von Peking anerkannt wird, die Gläubigen dazu eingeladen, sich auf die 150-Jahr-Feier gut vorzubereiten.

Die französischen Missionare, die diesem Land "den Samen des Lichts und der Wahrheit" gebracht hätten, legten im Jahr 1856 den Grundstein der Diözese Cangzhou. Heute gehe es darum, neue Seiten in der Geschichte dieser Diözese zu schreiben, führte Bischof Li aus. Von ihrem unbeugsamen Glaubensleben animiert, "haben wir von unseren Vorgängern den Samen der Frohen Botschaft geerbt".

Die Fackel wird zusammen mit Heiligreliquien – unter anderem auch denen der heiligen Theresia von Lisieux, der Patronin der Missionen – fünf Monate lang von Gemeinde zu Gemeinde ziehen und das Licht Christi symbolisieren, das in diesem Gebiet verbreitet wurde. Am 15. Oktober soll sie schließlich in die Kathedrale zurückkehren.

Für Anfang Oktober ist eine Diözesantagung geplant, die in der Taufe von 150 Katechumenen gipfeln wird. Vom 12. bis zum 13. Oktober soll zudem ein Universitätskolloquium zum Thema Evangelisation stattfinden.

Die Diözese Cangzhou besteht aus über 200 Gemeinden und 75.000 Gläubigen und ist für ihre zahlreichen Priester- und Ordensberufungen bekannt. Der Bischof wird in seinem Dienst von 100 Priestern und 227 Ordensfrauen unterstützt. Ungefähr 80 Seminaristen bereiten sich in der Diözese auf den Besuch des regionalen Priesterseminars in Shijiazhuang vor.

Die Diözese wurde 1856 vom Heiligen Stuhl errichtet. Damals wurde das katholische Missionsgebiet Tcheli in drei Gebiete geteilt. Das südöstliche Vikariat von Tcheli wurde Jesuiten aus Frankreich anvertraut und nahm 1924 den Namen Vikariat von Xianxian an. 1946 wurde es in den Rang einer Diözese erhoben und 1981 in Cangzhou umbenannt.

14 der 120 chinesischen Märtyrer, die im Oktober 2000 in Rom heilig gesprochen wurden, stammen aus der Diözese Xianxian. Vier Priester und 5.153 Gläubige fielen im Jahr 1890 dem so genannten Boxeraufstand zum Opfer, der gegen Ausländer und chinesische Christen gerichtet war.