China: Eindringlicher Appell des Papstes

Papst beschwört Einheit der Katholiken

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VATIKANSTADT, Donnerstag, 19. Mai 2011 (ZENIT.org/Radio Vatikan). – Mit ungewöhnlicher Länge hat Papst Benedikt XVI. bei der gestrigen Generalaudienz in seinen italienischen Grußworten um Gebet für die Kirche in China gebeten. Anlass waren vermutlich neben dem Feiertag am 24. Mai „Maria, Hilfe der Christen“ auch wiederum angekündigte illegale Bischofsweihen der sogenannten patriotischen Vereinigung, der von Staat kontrollierten Kirche, die eine Loslösung von Rom betreibt.

„Die chinesischen Katholiken – das haben sie oft gesagt – wollen die Einheit mit der Weltkirche, mit dem obersten Hirten, mit dem Nachfolger des Petrus! Mit dem Gebet können wir für die Kirche in China erwirken, dass sie die eine, heilige, katholische Kirche bleibt, treu und beharrlich in der Lehre und der kirchlichen Disziplin. Sie verdient unsere ganze Zuneigung!..

 Chinas Kirche braucht das Gebet der Weltkirche vor allem in diesem Moment. Ich lade vor allem alle chinesischen Katholiken um weiteres und stärkeres Gebet zu Maria ein. Aber überhaupt allen Katholiken in der Welt sollte es ein Anliegen sein, für die Kirche in China zu beten: Diese Gläubigen haben ein Recht auf unser Gebet – und sie brauchen es auch!..

Am nächsten Dienstag, dem 24. Mai, feiert die Kirche Maria als „Hilfe der Christen“: Unter diesem Titel wird sie im Wallfahrtsort Sheshan in Shanghai angerufen. Die ganze Kirche vereint sich dann im Gebet mit der Kirche in China. Dort wie anderswo erleidet Christus seine Passion. Aber während die Zahl derer wächst, die ihn als ihren Herrn erkennen, wird Christus von anderen zurückgewiesen, ignoriert oder verfolgt: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? (Apg 9,4)“, so der Papst.

Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und China sind in jüngster Zeit immer wieder durch illegale Bischofsweihen belastet worden, die ohne Zustimmung des Papstes vorgenommen wurden. Das Regime hat mehrfach vom Vatikan anerkannte Bischöfe gezwungen, an solchen illegalen Bischofsweihen mitzuwirken. Für diese bat der Papst um Fürsprache Mariens, damit sie nicht dem „Lockruf“ des Opportunismus erliegen.

„Wir wissen, dass unter unseren Mitbrüdern im Bischofsamt einige leiden und bei der Ausübung ihres Amtes unter Druck gesetzt wurden. Ihnen, den Priestern und allen Katholiken, die bei der freien Ausübung ihres Glaubens auf Schwierigkeiten stoßen, drücken wir unsere Nähe aus. Möge unser Gebet ihnen helfen, einen Weg zu finden, damit ihr Glaube lebendig bleibt, ihre Hoffnung stark, ihre Liebe zu allen brennend und ihre Sicht von der Kirche intakt. Wir haben diese Ekklesiologie vom Herrn und den Aposteln geerbt, sie wurde uns treu bis in die heutige Zeit weitergegeben. Mit dem Gebet können wir erwirken, dass ihr Wunsch, in der einen und universellen Kirche zu bleiben, die Versuchung eines von Petrus unabhängigen Weges überwindet.“

„Ich bitte Maria, die zu erleuchten, die im Zweifel sind; die Verirrten zurückzurufen, die Trauernden zu trösten und alle zu stärken, die dem Lockruf des Opportunismus zu erliegen drohen. Jungfrau Maria, Hilfe der Christen, Unsere Liebe Frau von Sheshan, bitte für uns!“