China II: Jahrelang festgehaltener Bischof Han Dingxiang unter dubiosen Umständen gestorben

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STAMFORD, 11. September 2007 (ZENIT.org).- Der von den chinesischen Behörden jahrelang festgehaltene romtreue Untergrundbischof der chinesischen Diözese Yong Nian in der Provinz Hebei, Han Dingxiang, ist nach Angaben der in Stamford (US-Bundesstaat Connecticut) ansässigen „Kardinal-Kung-Stiftung“ am 9. September im Alter von 71 Jahren gestorben. Seine letzten Worte sollen in der Einladung bestanden haben, mehr Rosenkränze zu beten. Über die Todesursache gaben die chinesischen Behörden keine Auskunft.



Nur die engsten Verwandten wurden zum Sterbenden vorgelassen, dessen Tod das Ende einer achtjährigen Haft bedeutet, berichtete heute die „Kardinal Kung Stiftung“. Diese Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, zur Förderung der Religionsfreiheit in der kommunistischen Volksrepublik China beizutragen. Die Priester und Gemeindemitglieder von Yong Nian seien über den kritischen Gesundheitszustand des Hirten oder etwaige Gründe für sein Ableben nicht informiert worden.

In einer regelrechten Nacht- und Nebelaktion hätten die Behörden bereits am Montagmorgen gegen 5.00 Uhr – sechs Stunden nach dem Tod des Bischofs – die Einäscherung des Leichnams durchführen lassen. „Folglich ist der Körper von Bischof Han – mit Ausnahme von wenigen Verwandten – weder von der Öffentlichkeit noch von irgendeinem Gläubigen gesehen worden“, kommentierte die „Kardinal-Kung-Stiftung“.

Bischof Han wurde am 17. Mai 1937 geboren. Von 1960 bis 1979 musste er in einem Arbeitslager arbeiten. Danach unterrichtete er drei Jahre lang an einer Mittelschule. Vor seiner Priesterweihe am 21. November 1986 betrieb er vier Jahre lang eine medizinische Klinik. Am 19. Dezember 1989 empfing er die Bischofsweihe.

In der Zeit seines Hirtendienstes wurde Bischof Han von den chinesischen Behörden insgesamt elf Mal verhaftet. Am 20. November 1999 – er predigte gerade Exerzitien für Ordensfrauen – wurde er zum letzten Mal in Gewahrsam genommen. Nachdem er rund vier Jahre lang an verschiedenen Orten festgehalten worden war, wurde er für zwei weitere Jahre in einer Wohnung im vierten Stock eines Polizeigebäudes einquartiert. Am 23. September 2005 wurde der Bischof heimlich an einen unbekannten Ort gebracht und blieb seit damals bis zu seinem Tod vor zwei Tagen verschwunden.

Bischof Han verbrachte 35 Jahre seines Lebens im Arbeitslager, im Gefängnis oder unter Hausarrest.

Joseph Kung, Präsident der „Kardinal Kung Stiftung“, hat den Vatikan darum gebeten, ein offizielles Untersuchungsverfahren zum Tod des Bischofs zu beantragen.