China: Katholiken im Erdbebengebiet Sichuan beten für Abruzzen

Chinesische Gemeinde in Italien ruft zu Solidarität auf

| 770 klicks

ROM, 8. April 2009 (ZENIT.org/Fidesdienst).- Wie die chinesische Caritas (Jinde Charites) mitteilt, beten die Katholiken in der Volksrepublik China und insbesondere jene in den Gegenden, die im Mai 2008 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht worden waren, in Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater und der Weltkirche für die Überlebenden und Helfer in den italienischen Abruzzen. Aus diesem Anlass wurde auch eine eigene Gebetsvorlage erstellt und verteilt.

Im Licht des bevorstehenden Osterfests bekommt diese Geste eine besondere Bedeutung. Auf den Internetseiten des katholischen Mitteilungsblattes Faith und der lokalen Caritas wird über das Erdbeben in den Abruzzen berichtet. Vor einem Jahr hatte man dort Informationen über das Erdbeben in Wen Chuan in der Provinz Sichuan gefunden, wo die Erde am 12. Mai 2008 bebte.

In einer Verlautbarung heißt es: „Wir beten dafür, dass der Geist des Herrn die Menschen trösten, ihre Wunden heilen und ihnen die notwendige Kraft und Gnade schenken möge, damit sie die Tragödie zusammen mit allen Menschen guten Willens überwinden können und beim Wiederaufbau ihrer Häuser auf Gott vertrauen.“

Ein Caritas-Mitarbeiter betonte, dass er und seine Kollegen mit den Menschen „vor allem in den schwierigsten und dramatischsten Momenten“ seien. „Wir fühlen uns vereint im Gebet, im Leid und im Schmerz. Wir werden das Gebet und die Hilfe nie vergessen, die uns die italienischen Freunde geschenkt haben, als wir uns in Schwierigkeiten befanden. Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass man einen Tropfen Güte mit einer nicht versiegenden Quelle belohnen soll.“

In der Kapelle, die in einem der Zelte in Sichuan eingerichtet wurde, in denen viele der Opfer des Erdbebens vom Mai 2008 in Sichuan immer noch leben, beten die Mitarbeiter von Jinde Charities gemeinsam mit den Gläubigen auch den Rosenkranz für die Opfer des Erdbebens in Italien und für alle Bedürftigen.

Der Präsident von Jinde Charities, Bischof Fang Xin Mao von Jing Xian, wandte sich in einem Schreiben an den Präsidenten des italienischen Caritas-Verbandes. Er bringt darin seine Verbundenheit mit den Notleidenden zum Ausdruck: „Wir beten für alle betroffenen Menschen und wünschen, dass mit Hilfe aller die derzeitigen Schwierigkeiten überwunden und die Wohnungen wieder aufgebaut werden können.“

Auch die chinesische Auslandsgemeinde in Italien bringt auf ihren Internetseiten „Tempo Europa Cina“ die eigene Verbundenheit mit den Opfern zum Ausdruck: „Italien ist unsere zweite Heimat. Der Friede, die Sicherheit und das Wohlergehen der Italienischen Republik sind eng mit uns verbunden… Wir appellieren an alle Gemeinden in ganz Italien mit der Bitte um großzügige Spenden… Dies ist auch eine Gelegenheit, uns in die Gesellschaft unseres Gastlandes zu integrieren.“

Bereits zwölf Stunden nach dem Erdbeben hatte die chinesische Gemeinde in Prato bereits den zuständigen italienischen Behörden eine erste finanzielle Unterstützung von 27.000 Euro zukommen lassen.