China: Katholische Internetportale müssen Brief Benedikts XVI. entfernen

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ROM, 3. Juli 2007 (ZENIT.org).- Katholische Internetportale in der Volksrepublik China mussten aufgrund einer entsprechenden behördlichen Weisung die Veröffentlichung des Briefes von Papst Benedikt XVI. an die chinesischen Katholiken rückgängig machen.



Papst Benedikt XVI. ruft in dem Schreiben, das am 30. Juni veröffentlicht wurde, vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Spannungen zwischen Vatikan und Peking zu Dialog und Versöhnung auf. Zugleich verlangte er erneut das Recht auf freie und ungehinderte Religionsausübung für die katholische Minderheit in China.

Katholische Internetportale in der Volksrepublik, die den Brief unmittelbar nach Erscheinen veröffentlicht hatten, mussten das Dokument aufgrund des Drucks der Regierungsbehörden vom Netz nehmen.

Wie die Nachrichtenagentur „Eglises d'Asie“ in einem Bericht, der ZENIT zugesandt wurde, bestätigte, hatten Regierungsvertreter am 29. Juni einen katholischen Priester und Werbbetreiber in dieser Angelegenheit aufgesucht, ohne schon im Vorfeld ein direktes Verbot ausgesprochen zu haben. Das Publikationsverbot wurde schließlich am 1. Juli angeordnet.

Nach Angaben des Priesters ist es sich nicht das erste Mal, dass die Publikation eines Dokuments verboten wurde. Das sei angesichts der gespannten Beziehungen zwischen China und dem Heiligen Stuhl Vatikan oder im Fall von Erklärungen des Hongkonger Bischofs Kardinal Zen immer wieder geschehen. Wer der Anordnung nicht Folge leistet, müsse mit dem Abschalten seiner Webseite oder mit anderen Repressalien rechnen, erklärte der Priester.

Die Katholische Nachrichtenagentur UCA der Asiatischen Bischofskonferenz hat die Vorfälle in einer eigenen Meldung bestätigt.